Solothurn an den 48. Literaturtagen erneut im Zeichen der Worte
Die Prosa-Autorinnen Julia Weber und Lika Nüssli oder die Lyrikerin Sarah Vogler machen den Auftakt zu den 48. Solothurner Literaturtagen. Die Stadt an der Aare steht ab (heutigem) Freitag zehn Uhr bis Sonntag einmal mehr im Zeichen der Worte.

Inhaltlich warten die Literaturtage einerseits mit Themen auf, die nach Innen gerichtet sind, etwa autofiktionales Schreiben oder dem literarischen Umgang mit Tod und Trauer. So ist beispielsweise am Freitagnachmittag unter dem Titel «Familie erzählen» ein Podium mit mehreren Autorinnen geplant, die die eigene Kindheit zum literarischen Stoff gemacht haben.
Andererseits findet die politische Grosswetterlage ihren Niederschlag, beispielsweise unter dem Titel «Das Böse schreiben». Dorothee Elmiger, Michael Hugentobler und Kat Splitterberg machen sich am Freitagmittag Gedanken zu Literatur zwischen Schuld, Macht und Gewalt. Und am Sonntag diskutieren die Trägerin des letztjährigen Schweizer und Deutschen Buchpreises Elmiger, die Professorin Claudia Franziska Brühwiler und die Kultur- und Literaturwissenschaftlerin Elisabeth Bronfen über die aktuelle politische Polarisierung in den USA.
Einen besonderen Höhepunkt versprechen sich die Verantwortlichen der Literaturtage von der Buchpremiere von «Königin der Nacht». Der Georg-Büchner-Preis-Träger Lukas Bärfuss wird sein Mutter-Buch am Freitagabend in Solothurn erstmals öffentlich vorstellen.
Die Solothurner Literaturtage, die sich als Festival und Werkschau schweizerischen Literaturschaffens gleichermassen begreifen, wollen erneut die Mehrsprachigkeit der aktuellen Schweizer Literatur ins Zentrum rücken. Und sie wollen anregen zum «nachdenken, zweifeln und hoffen», wie es im Editorial des Programmhefts heisst.
Zudem verleiht am Freitagabend das Bundesamt für Kultur im Rahmen der Literaturtage seinen Grand Prix Literatur und die Schweizer Literaturpreise. Am Samstag wird der Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis 2026 vergeben und am Sonntag wird die deutsche Autorin und Lyrikerin Monika Rinck den Solothurner Literaturpreis entgegennehmen.
Auf dem Programm stehen für die 48. Ausgabe bis Sonntag 150 Veranstaltungen. 140 Gäste, Autorinnen und Übersetzer, reisen aus der Schweiz und dem Ausland an, darunter der Träger des Österreichischen Buchpreises Dimitré Dinev, die Sudanesin Stella Gaitano oder aus Deutschland Katerina Poladjan, die gerade mit dem Grossen Preis des Deutschen Literaturfonds ausgezeichnet wurde.






