So profitieren Alterszentren Zug von Freiwilligen-Arbeit
In den Alterszentren Zug schenken Freiwillige Zeit und Aufmerksamkeit. So entstehen wertvolle Begegnungen und besondere Momente.

Die Sonne scheint, als sich die ältere Dame langsam die Schuhe anzieht. Vor der Tür wartet bereits ihre Begleiterin. Seit Monaten treffen sie sich einmal pro Woche.
Gemeinsam spazieren sie durch die Quartierstrassen, setzen sich auf eine Parkbank oder erledigen einen kleinen Einkauf. Manchmal bleibt die Dame lieber drinnen. Dann wird gespielt, vorgelesen oder einfach geredet.
Viel mehr braucht es nicht. Entscheidend ist, dass jemand da ist.
Wo zwischenmenschliche Nähe besonders zählt
Solche Begegnungen gehören zum Alltag der Stiftung Alterszentren Zug. Freiwillige schenken Bewohnerinnen und Bewohnern Aufmerksamkeit, Gesellschaft und Zeit – drei Dinge, die sich nicht organisieren oder verordnen lassen.
Sie ersetzen keine Pflegefachpersonen, sondern ergänzen deren Arbeit dort, wo zwischenmenschliche Nähe besonders zählt. Für Manuel Vogt, Leiter Zentrale Dienste der Stiftung Alterszentren Zug, ist genau dies der Kern der Freiwilligenarbeit.

«Unsere Freiwilligen sind sehr unterschiedlich im Einsatz», sagt er. «Von einmal wöchentlich über alle 14 Tage oder einmal monatlich bis hin zur Unterstützung bei gewissen Anlässen ist alles dabei.»
Diese Flexibilität macht das Engagement attraktiv. Manche übernehmen regelmässige Einzelbesuche, andere helfen bei Festen oder begleiten Ausflüge. Jede und jeder entscheidet selbst, wie viel Zeit möglich ist.
Gerade diese Freiheit dürfte mit ein Grund sein, weshalb sich die Stiftung derzeit über mangelnden Nachwuchs nicht beklagen muss.
Die Bereitschaft ist ungebrochen
«Nein, im Gegenteil – wir haben momentan viele Anfragen», sagt Vogt. Allerdings hätten viele Interessierte nur ein begrenztes Zeitfenster zur Verfügung. Beruf, Familie oder andere Verpflichtungen liessen oft nur wenige Stunden pro Monat zu.
Dennoch zeigt sich: Die Bereitschaft, sich freiwillig für ältere Menschen einzusetzen, ist ungebrochen. Damit ein solches Engagement gelingt, braucht es mehr als guten Willen. Gesucht werden Menschen mit Freude am Kontakt zu älteren Personen, Verlässlichkeit und einer stabilen psychischen wie körperlichen Verfassung.
Ebenso selbstverständlich sind Diskretion und die Bereitschaft, an Weiterbildungen sowie Austauschtreffen teilzunehmen. Die Zusammenarbeit beginnt deshalb nicht mit einem lockeren Handschlag. Alle Freiwilligen erhalten eine schriftliche Einsatzvereinbarung.
«Freiwilligenarbeit bei der Stiftung Alterszentren Zug ist eine erfüllende und hochgeschätzte Aufgabe», betont Vogt. «Freiwillige Mitarbeitende tragen massgeblich zur Verbesserung der Lebensqualität unserer Bewohnenden bei.» Gleichzeitig soll das Engagement für beide Seiten stimmen.
«Uns ist wichtig, dass die Freiwilligenarbeit eine Win-win-Situation ist.» Unterstützung bei der Suche nach neuen Helferinnen und Helfern erhält die Stiftung auch über das Netzwerk Benevol Zug. Die Mitgliedschaft habe sich bewährt.
«Ja, wir sind Mitglied von Benevol und konnten dadurch auch schon Freiwillige rekrutieren.» Was die Freiwilligen zurückbekommen, lässt sich kaum in Zahlen ausdrücken. Es sind die leuchtenden Augen einer Bewohnerin nach einem gemeinsamen Spaziergang.

Die Dankbarkeit eines Bewohners nach einer Stunde Gespräch. Oder das gute Gefühl, jemandem den Tag ein wenig heller gemacht zu haben. «Die meisten Rückmeldungen sind positiv», erzählt Vogt.
«So hören wir oft: In die leuchtenden Augen der Bewohnenden zu sehen, die Dankbarkeit zu spüren – für die kurze Zeit, die man bei ihnen sei. Dies mache Freude und so wisse man, dass sich die Freiwilligenarbeit lohne.»
Auch die herzliche Aufnahme durch die Teams der Alterszentren werde von den Freiwilligen immer wieder hervorgehoben. Mit dem demografischen Wandel gewinnt dieses Engagement weiter an Bedeutung.
Immer mehr Menschen erreichen ein hohes Alter, gleichzeitig leben viele allein oder haben Angehörige, die weit entfernt wohnen. Umso wertvoller werden Menschen, die bereit sind, regelmässig ein Stück ihrer Freizeit zu verschenken.
Denn am Ende sind es oft nicht die grossen Ereignisse, die in Erinnerung bleiben. Sondern eine gemeinsame Runde an der frischen Luft, ein Gespräch bei einer Tasse Kaffee oder das Wissen, dass sich jemand Zeit nimmt.
Genau diese Zeit ist für viele Bewohnerinnen und Bewohner der Alterszentren Zug das schönste Geschenk.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in den «Zuger Woche» erschienen.








