Sieben Empfehlungen für einen anderen Umgang mit Männlichkeit
Laut einer neuen Studie sind starre Männlichkeitsbilder in der Schweiz weit verbreitet – besonders unter jungen Männern. Die Forschenden sehen darin ein Risiko für Gleichstellung, Beziehungen und Gewaltprävention. Was hilft dagegen?

MÄNNLICHKEITSBILDER HINTERFRAGEN:
Jungen und Männer sollen die Möglichkeit erhalten, über Rollenbilder zu sprechen und diese kritisch zu reflektieren. «Eine wichtige Botschaft lautet, dass man sein Mannsein so gestalten kann, wie es zu einem passt», sagt Markus Theunert, fachlicher Leiter und Co-Geschäftsführer von männer.ch im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Niemand müsse einem bestimmten Ideal von Männlichkeit entsprechen, um als Mann Anerkennung zu verdienen.
SCHULEN STÄRKER IN DIE PFLICHT NEHMEN:
Schulen sollen Themen wie Geschlechterrollen, Gleichstellung und Gewaltprävention stärker verankern. Jugendliche müssten lernen, Konflikte gewaltfrei zu lösen und unterschiedliche Lebensentwürfe zu akzeptieren.
DEN EINFLUSS SOZIALER MEDIEN THEMATISIEREN:
Viele Jugendliche begegnen Männlichkeitsbildern heute auf Plattformen wie Tiktok, Instagram oder Youtube. Die Forschenden empfehlen, junge Menschen für die Mechanismen von Algorithmen und die Botschaften sogenannter «Manfluencer» zu sensibilisieren. Ziel sei es, problematische Inhalte besser einordnen zu können.
BEZIEHUNGS- UND SEXUALKOMPETENZ FÖRDERN:
Sexualaufklärung sollte nach Ansicht der Forschenden mehr umfassen als biologische Fakten. Ebenso wichtig seien Kommunikation, gegenseitiger Respekt, der Umgang mit Zurückweisung und eine kritische Auseinandersetzung mit Pornografie.
GEWALTPRÄVENTION AUSBAUEN:
Programme zur Prävention von Gewalt sollen stärker berücksichtigen, welche Rolle traditionelle Männlichkeitsnormen spielen können. Das betrifft etwa Gewalt in Beziehungen, in der Familie oder im öffentlichen Raum.
JUNGE MÄNNER IN SCHWIERIGEN LEBENSLAGEN UNTERSTÜTZEN:
Besondere Aufmerksamkeit empfehlen die Forschenden für junge Männer mit schlechten Bildungs- oder Berufsperspektiven. Bildung, Ausbildung und gesellschaftliche Teilhabe könnten helfen, Frustration und Ausgrenzung entgegenzuwirken.
VÄTER STÄRKEN:
Auch die Rolle von Vätern sehen die Forschenden als zentral. Frühzeitige Unterstützung und Angebote für Väter könnten dazu beitragen, dass Männer sich stärker in Familie und Erziehung einbringen.






