Sent-Prozess: Wahnhafte Vorstellung soll Auslöser für Tat sein
Ein Mann steht am Donnerstag wegen versuchten Mordes vor einem Bündner Regionalgericht. Der Beschuldigte soll am 13. November 2024 in Samnaun GR einem Kind aufgelauert und mit einem Gipserbeil gezielt Richtung Kopf auf dieses eingeschlagen haben. Auslöser soll eine wahnhafte Vorstellung gewesen sein.

Gemäss Schilderungen in der Anklageschrift ging der Beschuldigte seit mehreren Jahren aufgrund einer wahnhaften Störung davon aus, dass ihn die ebenfalls in Samnaun ansässige Familie des Kindes via Abwasser- und Luftsystem chronisch vergifte. Am Morgen dieses 13. Novembers habe er deshalb den Entschluss gefasst, dass es so nicht weitergehen könne. Er habe mit dem Angriff auf das Kind «ein Zeichen» setzen wollen.
Die Staatsanwaltschaft spricht in der Anklageschrift von einer «besonders skrupellosen Tatausführung». Es gebe nicht ansatzweise Beweise dafür, dass die Familie ihn vergiften wollte. «Der Beschuldigte wusste, dass Schläge mit einem Beil gegen den Kopf eines Menschen potenziell tödlich enden können.» Das Kind trug schwere Verletzungen davon.
Welche Strafe die Staatsanwaltschaft fordert, gibt sie an der aktuell laufenden Hauptverhandlung vor dem Regionalgericht Engiadina Bassa/Val Müstair bekannt. «Dabei wird eine Freiheitsstrafe von mehr als fünf Jahren und eine stationäre therapeutische Massnahme beantragt werden», heisst es in der Anklageschrift.






