Securitas soll Mitarbeiter zu lange arbeiten lassen
Die Schweizer Sicherheitsfirma Securitas soll Mitarbeitende in der Zentralschweiz über Jahre zu lange und zu oft arbeiten lassen haben.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Securitas soll in 20’000 Fällen gegen das Arbeitsgesetz verstossen haben.
- Die Mitarbeitenden hätten zu lange Schichten machen müssen und zu kurze Erholungszeiten gehabt.
- Die Betroffenen sind vor allen in Gefängnissen, Spitälern und Asylzentren zum Einsatz gekommen.
Laut einer Auswertung interner Daten soll es zwischen 2023 und 2025 zu rund 20'000 Verstössen gegen das Arbeitsgesetz gekommen sein. Betroffen seien gemäss «SRF Investigativ» rund 900 Mitarbeitende.
Die Hauptprobleme seien zu lange Schichten und zu kurze Erholungszeiten gewesen. Die betroffenen Mitarbeitenden seien insbesondere in Gefängnissen, Spitälern und Asylzentren zum Einsatz gekommen.
«Das ist so nicht akzeptabel»
«Das ist Ausdruck eines systematischen Vorgehens», sagte Arbeitsrechtsanwalt Denis G. Humbert gegenüber SRF und forderte das Einschreiten der Behörden.
«Das geht nicht, das ist so nicht akzeptabel. Das ist eine Ausbeutung der Mitarbeitenden und so nicht zulässig.»
Kurt Pärli, Rechtsprofessor an der Universität Basel, pflichtete bei: «Das ist nicht mehr erklärbar mit einer Panne bei der Disposition. Diese Belastung geht weit darüber hinaus.»
Securitas habe gegenüber SRF schriftlich Stellung genommen. Sie habe eingeräumt, dass die Praxis teilweise nicht mit arbeitsrechtlichen Grundsätzen und internen Werten übereingestimmt habe.
Ergriffene Massnahmen hätten dazu geführt, dass die Verstösse in den vergangenen Jahren zurückgegangen seien.
Die Gesamtzahl von 20'000 Verstössen könne das Sicherheitsunternehmen jedoch nicht nachvollziehen.
Man schliesse Fehler nicht aus, halte aber klar fest, dass nicht gesamthaft und systematisch gegen das Arbeitsgesetz verstossen worden sei.











