Zofingen

    Rothrister Firma wirbt mit tödlichem Hausbrand

    Dennis Kittler
    Dennis Kittler

    Zofingen,

    Die Wajo Group aus Rothrist AG sorgt mit einer Flyer-Aktion nach dem Brandunglück in Staufen für Empörung bei einigen Anwohnern.

    Staufen AG
    Eine Rothrister Firma wirbt in einem Flyer mit dem tödlichen Hausbrand in Staufen Ende Februar für ihre Brandmeldeanlagen. - nau.ch

    Das Wichtigste in Kürze

    • Eine Firma nutzt einen tödlichen Brand, um für Brandmeldeanlagen zu werben.
    • Bei dem Feuer in Staufen AG waren Ende Februar zwei Menschen ums Leben gekommen.
    • Bei manchem Bewohner des Ortes kommt die Aktion nicht gut an.

    Eine Rothrister Firma, die unter anderem Brandmeldeanlagen anbietet, sorgt mit einem Flyer in Staufen AG für Empörung. Sie wirbt darin für ihre Anlagen – und nutzt dafür ein echtes Unglück, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet.

    Ende Februar waren bei einem Brand eines Einfamilienhauses in Staufen zwei Menschen ums Leben gekommen. Nachbarn hatten mehrere Explosionen gehört, Ursache war vermutlich ein Gasleck.

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    Interview mit dem Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau zum Brand des Einfamilienhauses in Staufen AG. - Nau.ch / Nico Leuthold

    Im Flyer, der vergangene Woche gezielt etwa 500 Haushalte erreichte, wird nun gefragt: «Haben Sie von dem Brand in Ihrer Nachbarschaft gehört?» Auf der Rückseite empfiehlt das Heimelektronikunternehmen die Installation einer Brandmeldeanlage.

    Gleichzeitig scheint die Wajo Group, die hinter der Aktion steckt, aber auch nicht besonders informiert zu sein. Auf demselben Papier steht geschrieben, dass man hoffe, dass bei dem Brand «keine Personen zu Schaden gekommen sind».

    Firma bestätigt Zusammenhang

    Die Werbung enthielt auch Tipps, wie ein Grossbrand verhindert werden kann – etwa durch Kerzen löschen oder Bereithalten von Löschdecken. Aber eben eine Brandmeldeanlage könne man doch auch installieren.

    Vonovia Rauchmelder
    Der Flyer gibt Tipps, wie Brände verhindert beziehungsweise schnell bemerkt werden können – etwa durch Brandmelder. (Symbolbild) - dpa

    Jonathan Wälchli, Geschäftsführer der Wajo Group, bestätigt gegenüber der «AZ» den Zusammenhang mit dem Unglück: «Der tragische Vorfall war der Hauptbeweggrund.» Da die Firma vor Jahren selbst Opfer eines Brandes war, wolle sie darauf aufmerksam machen, dass Brandmelder Schlimmeres verhindern können.

    «Das ist ein No-Go»

    Doch die Aktion kommt in Staufen nicht bei allen gut an. «Das ist ein No-Go», zitiert die «Aargauer Zeitung» einen Anwohner. Die Werbung nutze die Ängste der Bewohner und die Tragik des Unglücks aus.

    Zudem sei die Brandursache noch gar nicht abschliessend geklärt. Ob eine Brandmeldeanlage überhaupt geholfen hätte, wäre somit gar nicht sicher.

    Kommentare

    User #2668 (nicht angemeldet)

    Wenn eine grosse Buchungsplattform für Unterkünfte das gleiche tut nach einem Terroranschlag mit vielen Toten schreit kein Hahn danach. So geschehen mit Hinweis auf kostenlose Umbuchungsmöglichkeit bis 1 Tag vor Anreise.

    User #3875 (nicht angemeldet)

    Wie viel ist bei Nau, bei einigen Anwohnern? Zwei vielleicht drei oder doch nur ein Anwohner?

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