Prozess gegen den «Statthalter» der 'Ndrangheta in der Schweiz

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Bellinzona,

    In Bellinzona beginnt der Prozess gegen einen mutmasslichen Schweizer Stützpunkt der 'Ndrangheta.

    Mafia Mann
    Die Bundesanwaltschaft wirft dem Beschuldigten in einer 74-seitigen Anklageschrift mehrere schwere Delikte vor. (Symbolbild) - depositphotos

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der 59-Jährige soll als Vermittler im Drogen- und Waffenhandel für die Mafia agiert haben.
    • Er soll mindestens 1,3 Millionen Franken erwirtschaftet und nach Italien geschmuggelt habe
    • Für den Prozess am Bundesstrafgericht sind mindestens acht Verhandlungstage vorgesehen.

    Am Bundesstrafgericht in Bellinzona beginnt an diesem Montag der Prozess gegen einen 59-jährigen Mann, der in der Schweiz als logistischer und finanzieller Stützpunkt der kalabresischen Mafia-Organisation 'Ndrangheta fungiert haben soll. Er soll Bargeld nach Italien transportiert, im Drogenhandel als Vermittler agiert und illegalen Waffen- und Munitionshandel gefördert haben.

    Dem Mann wird vorgeworfen, zwischen 2001 und 2020 für die Mafia-Organisation als Vermittler bei der illegalen Einfuhr von Kokain und Haschisch aus Italien in die Schweiz und beim Verkauf der Drogen in mehreren Schweizer Kantonen agiert zu haben.

    Zudem soll er die Schweiz als Bezugsquelle und Umschlagplatz für Waffen und Munition genutzt haben, wie aus der 74-seitigen Anklageschrift der Bundesanwaltschaft hervorgeht. Diese Waffen seien mitunter für die «Eliminierung» einzelner Mitglieder und für Clan-Fehden innerhalb der 'Ndrangheta benutzt worden.

    Bargeld von mindestens 1,3 Millionen erwirtschaftet

    Zwischen 2003 und 2020 soll der Mann Bargeld in der Höhe von mindestens 1,3 Millionen Franken erwirtschaftet und in Tranchen im Tessin gewechselt und per Flugzeug und Auto nach Italien geschmuggelt haben. Dort sei das Geld direkt in die Kassen der kalabresischen Clanführung geflossen, heisst es in der Anklageschrift weiter. In mindestens einem Fall habe der Beschuldigte auch versucht, eine aus der Region Neapel stammende Falschgeldnote in der Schweiz in Umlauf zu bringen.

    Dem Mann werden Beteiligung an oder Unterstützung einer kriminellen Organisation, qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, Widerhandlung gegen das Waffengesetz, Hehlerei sowie die Einfuhr, der Erwerb und die Lagerung falscher Münzen vorgeworfen.

    Für den Prozess am Bundesstrafgericht in Bellinzona sind mindestens acht Tage vorgesehen.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #5752 (nicht angemeldet)

    Geldwäschegesetze gelten in Zürich nur für Leute mit "Papier".

    User #5815 (nicht angemeldet)

    Das Problem der Geldwäscherei ist hierzulande allgegenwärtig. Da mischeln auch Schweizer Banken mit, wie ich aus sicherer Quelle weiss. Vor meiner Nase entsteht eine Ueberbauung, finanziert durch eine Zürcher Privatbank mit engsten Verbindungen zu einer italienischen Versicherunsgesellschaft. Was glaubt Ihr woher das Geld für diese Ueberbauung (rund 8,5 Mio Franken) stammt?

    Weiterlesen

    4 Interaktionen
    Wetzikon/Bern
    12 Interaktionen
    Bellinzona

    MEHR IN NEWS

    Däniken SO
    Däniken SO
    Liestal BL
    Liestal BL
    Othmarsingen AG
    Othmarsingen AG

    MEHR AUS BELLINZONA

    Bellinzona
    sdf
    145 Interaktionen
    Bundesratskandidatur
    Tessin Schule KI
    33 Interaktionen
    Ab Oberstufe