Pegel von Stauseen so tief wie zuletzt vor 20 Jahren

Aaron Studer
Aaron Studer

Obwalden,

Die Schweizer Stauseen sind historisch tief. So leer waren sie zuletzt vor 20 Jahren. Gibt's gar einen Strom-Engpass?

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Wie lange sind die Schweizer Stauseen noch voll? - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Füllstand der Stauseen in der Schweiz liegt aktuell bei nur 46 Prozent.
  • Der Bund sieht trotz niedriger Pegelstände kein Stromversorgungsproblem.
  • Laut Glaziologe Matthias Huss wird in zwanzig Jahren deutlich weniger Wasser vom Gletscher herabfliessen.

Die Schweizer Stauseen sind derzeit so niedrig gefüllt wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr. Das zeigen aktuelle Zahlen des Bundesamts für Energie (BFE). Der Füllstand liegt aktuell bei 46 Prozent.

Im Vergleich zum Durchschnitt der letzten 20 Jahre fehlen gut ein Drittel. Das BFE veröffentlicht diese Daten wöchentlich in einem Bericht.

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Auf der Statistik vom BFE sieht man auf der linken Skala die Füllmenge des Sees in Prozent und auf der unteren Skala das jeweilige Datum. - Bundesamt für Energie BFE

Als Ursachen nennt der Bund den geringen Schneefall im vergangenen Winter sowie anhaltende Trockenheit. Der Frühling 2026 gehört laut Bundesdaten zu den trockensten seit Messbeginn im Jahr 1864.

Gibts einen Stromengpass?

Das Prinzip ist einfach: Fliesst Wasser ab, wird daraus Strom. Wie viel, hängt vom Wasserstand ab. Mehr Wasser bedeutet mehr Strom.

Trotz der tiefen Pegelstände geht der Bund nicht von einem Problem bei der Stromversorgung aus. Andreas Jöckel von der Eidgenössischen Elektrizitätskommission Elcom gibt gegenüber SRF Entwarnung.

Selbst wenn die Seen künftig nicht mehr vollständig gefüllt werden könnten, sei das nicht entscheidend. Die Versorgungssicherheit hänge von vielen weiteren Faktoren ab.

Die Schweiz könne etwa auf Importe und andere Produktionsquellen zurückgreifen, so Jöckel zum Sender.

Gletscher sind wichtig – und in Gefahr

Ein wichtiger Faktor für die Füllung der Stauseen ist das Schmelzwasser der Gletscher. Dieses fliesst in die Speicherseen und trägt zur Stromproduktion bei. Doch diese Quelle könnte künftig abnehmen.

Glaziologe Matthias Huss von der ETH Zürich warnt vor den Folgen des Gletscherschwunds.

«In zwanzig, dreissig Jahren wird sich etwas ändern. Wir werden bei gleichen Hitzewellen wie aktuell deutlich weniger Wasser haben, das vom Gletscher abfliesst», sagt Huss.

Was braucht es angesichts des Gletscherschwunds?

Die Situation könne in den kommenden Jahrzehnten kritisch werden, so Huss gegenüber SRF.

Die Schweizer Gletscher haben ihre Reserven bereits am 29. Juni aufgebraucht. Das bedeutet, dass die Gletscher seit dann mehr Eis verlieren, als sie im gesamten Winter neu erhalten haben.

Kommentare

User #4947 (nicht angemeldet)

Hitze und Trockeheit mit 7.6 mio: Top, geniesst den Sommer. Dasselbe mit 9.4 mio: Panik, Welt geht unter, mehr CO2 Steuern.

User #5825 (nicht angemeldet)

Bei mir ist es umgekehrt. Mein Pegel steigt wegen der Hitze. Hehehe.....

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