Nur wenige Schweizer Seen sind noch frei von der Quaggamuschel
Rund zehn Jahre nach dem ersten Fund in einem See haben sich die Quaggamuscheln in fast allen Schweizer Seen ausgebreitet. Nun richtet sich der Fokus auf den Schutz der letzten freien Gewässer.

Erstmals nachgewiesen wurde die Muschel in der Schweiz im Jahr 2014 im Rhein bei Basel. Forschenden hatten in einer Wasserprobe DNA-Spuren der invasiven Muschelart entdeckt. Kurze Zeit später wurden die ersten Exemplare im Genfersee entdeckt. Zwischen 2016 und 2021 breitete sich die Art im Bodensee, Neuenburgersee, Bielersee und Murtensee und Aare aus. 2024 kamen Funde in Vierwaldstätter-, Zuger- und dem Zürichsee hinzu.
Der grösste See in der Schweiz, in dem bisher keine Quaggamuscheln gefunden wurden, ist der Thunersee. Auch der benachbarte Brienzersee gilt als frei von diesen invasiven Muscheln.
Entscheidend für das Vorkommen von Quaggamuscheln in einem See sei vor allem der Bootsverkehr, erklärte Piet Spaak von der Quagga-Fachstelle der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Der Experte hofft, dass man es mit strikt eingehaltenen Reinigungspflichten schafft, diese Seen weiterhin frei von Quaggamuscheln zu halten. Ob dies gelingt, werde sich erst mit der Zeit zeigen, so Spaak.
Neben dem Thunersee und dem Brienzersee sind auch der Lago Maggiore und der Lago di Lugano im Tessin bislang frei von Quaggamuscheln. Zwar gab es eine Studie, die DNA-Spuren der Muscheln in diesen Seen nachwies. Die Resultate konnten sich laut Spaak aber nicht bestätigen. Er geht davon aus, dass es sich hierbei um einen Fehler handelt. Auch im Walensee (SG/GL) und weiteren, kleineren Seen wurden bislang keine Quaggamuscheln nachgewiesen.






