Niesenbahn: Das steckt hinter dem «Nicht in Wagen spucken»-Schild
«Bitte nicht in den Wagen spucken», steht auf einem Schild in der Niesenbahn. Benehmen sich Touristen daneben? Nein. Die Betreiber erklären, was dahintersteckt.

Das Wichtigste in Kürze
- Touristen entdecken in der Niesenbahn ein Schild. Man solle nicht in den Wagen spucken.
- Die Betreiber klären auf. Es handle sich um eine Botschaft von früher.
- Damals hätten Gäste Kau-Tabak genommen und diesen auf den Boden gespuckt.
Nach einer anstrengenden Wanderung von Mülenen auf den Niesen sind viele Freizeit-Wanderer geschafft. Gemäss Wegweiser dauert Der Aufstieg um die fünf Stunden (gemütliches Tempo).
Anschliessend ein Plättli im Berg-Restaurant – und die meisten nehmen die Niesenbahn, um wieder ins Tal zu kommen.
Nun ist es in der Niesenbahn-Kabine zuletzt zu Diskussionen gekommen.
Mehrere Touristen sind auf ein Schild im untersten Abteil aufmerksam geworden. Darauf steht auf Deutsch, Französisch und Italienisch:
«Man bittet, nicht in den Wagen zu spucken.»

Ein Mann mittleren Alters kommentiert in einer Runde: «Manche können sich heutzutage schon nicht mehr benehmen...»
Nicolas Overney, Sprecher der Niesenbahn, erklärt bei Nau.ch aber: Das Schild richte sich keineswegs an unflätige Touristen. Zumindest nicht an jene aus der heutigen Zeit.
«In früheren Jahren war es die schlechte Angewohnheit, Kautabak rauszuspucken»
Es handle sich um ein Schild aus den alten Wagen. Also noch vor 1946!
«In früheren Jahren des Kautabak-Konsums war es zum Teil die schlechte Angewohnheit, den Kautabak einfach an Ort und Stelle rauszuspucken. So eben auch in der Niesenbahn.»
Die mittleren beiden Abteile seien damals auch noch Raucherabteile gewesen.
Dass das Schild nur in den Landessprachen geschrieben ist, sei kein Zufall. «Die Niesenbahn ist eher eine Bahn, die von inländischen Gästen besucht wird.»
Doch warum hängt das Schild noch immer? «Heute gibt es Anlass zum Augenzwinkern.»
Mehr Gäste als letztes Jahr auf dem Niesen
Zurück in die Aktualität. Mit der laufenden Saison sei man zufrieden.
Bis zum 13. Juli waren 35'000 Gäste auf der «Pyramide am Thunersee», wie der Niesen auch genannt wird. Dies entspricht einem Plus von 1,6 Prozent im Vergleich zu letztem Jahr.
Zudem konnte man im Gutscheingeschäft zulegen (2999 Gutscheine für insgesamt 409'441 Franken bis zum 13. Juli – plus zehn Prozent zu 2025).
Ein wichtiger Indikator, so Overney. Denn: «Man verschenkt nur, was man selber auch gerne hat.»











