Nach Genf: Funiciello will Gratis-Verhütung für die ganze Schweiz

    Simon Ulrich
    Simon Ulrich

    Bern,

    Genf übernimmt künftig die Kosten für Pille, Kondome und Spiralen. Nun will SP-Nationalrätin Tamara Funiciello das Modell auf die ganze Schweiz ausweiten.

    Verhütung
    Genf sagte mit 58,5 Prozent Ja zur kostenlosen Verhütung. Jetzt kündigt SP-Nationalrätin Tamara Funiciello einen Vorstoss auf Bundesebene an. - keystone/unsplash

    Das Wichtigste in Kürze

    • Genf nahm die kostenlose Verhütung für alle mit 58,5 Prozent Ja an.
    • Befürworter erwarten weniger Schwangerschaftsabbrüche.
    • SP-Nationalrätin Funiciello will das Anliegen nun schweizweit vorantreiben.

    Die Genfer Stimmbevölkerung hat sich für kostenlose Verhütungsmittel unabhängig von Alter und Einkommen ausgesprochen. 58,5 Prozent stimmten der SP-Initiative zu. Die Regelung soll voraussichtlich 2028 in Kraft treten.

    Damit geht Genf weiter als der Kanton Neuenburg, wo ein entsprechendes Angebot nur für unter 30-Jährige vorgesehen ist.

    Menschen verzichten aus Kostengründen auf Verhütung

    Nach Angaben der Abteilung für sexuelle Gesundheit der Genfer Universitätsspitäler (HUG) verzichten manche Menschen aus finanziellen Gründen auf Verhütung. Andere kaufen Verhütungsmittel im benachbarten Frankreich, weil diese dort deutlich günstiger sind.

    Geneviève Preti, Spezialistin für sexuelle Gesundheit an den HUG, erwartet, dass durch die Kostenübernahme mehr Menschen Verhütungsmittel nutzen.

    «Das ist eine ausgezeichnete Sache», sagt sie gegenüber RTS. «Wir werden Zeit und Geld sparen, weil unsere Beratungen zu weniger Schwangerschaftsabbrüchen beitragen werden.»

    Initiative will Schwangerschaftsabbrüche senken

    Die Senkung der Zahl der Schwangerschaftsabbrüche gehört zu den Zielen der Initiative. Genf weist im schweizweiten Vergleich eine hohe Rate auf.

    Die Initiantinnen und Initianten sehen in der kostenlosen Verhütung zudem eine soziale Massnahme und einen Schritt zu mehr Gleichberechtigung.

    Sollten Verhütungsmittel in der ganzen Schweiz kostenlos angeboten werden?

    Unter die neue Regelung fallen anerkannte Verhütungsmittel wie Pille, Kondome, Spiralen und Implantate. Die jährlichen Kosten werden auf rund 20 Millionen Franken geschätzt.

    Wie die Abgabe konkret organisiert wird, ist noch offen. Die Genfer Kantonsregierung muss dafür einen Gesetzesentwurf ausarbeiten.

    Funiciello an Vorstoss für nationale Regelung

    Die Idee soll nach dem Willen der Befürworterinnen auch auf die nationale Ebene gebracht werden. Die Berner SP-Nationalrätin Tamara Funiciello kündigte gegenüber RTS eine Motion für kostenlose Verhütungsmittel in der ganzen Schweiz an.

    «Eine Regelung auf nationaler Ebene macht Sinn», sagte Funiciello. Frühere Versuche, die Kosten über die Krankenkassen abzudecken, seien gescheitert.

    Zur Finanzierung durch den Staat sagte Funiciello, Co-Präsidentin der SP Frauen Schweiz: «Da die öffentliche Gesundheit eine Aufgabe ist, die der Staat wahrnehmen muss, ist es auch gerecht, dass er dafür zahlt.»

    Kommentare

    User #1618 (nicht angemeldet)

    Mich wundert das nicht warum Gratis Die Farma Industry Stellt die auch nicht Gratis Heer Verhütung ist gut Das das auf Kosten der Allgemeinheit Bezahlen soll nicht Wenn die Politiker das nicht mit der Farma Industry das Regel. Fuer sex ist Jeder selber Verantwortliche oder

    User #4903 (nicht angemeldet)

    Wer erstattet mir meine bewusste Enthaltsamkeit, Frau Nationalrätin?

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