Nach Brand in St. Gallen: So hoch ist das Blitz-Risiko für dein Haus
Nach einem Blitzeinschlag geriet in Niederglatt SG eine Scheune in Vollbrand. Experten erklären, wie man sich richtig schützt.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein direkter Blitzeinschlag kann ein Haus in Sekunden in Brand setzen.
- Am besten schützen Blitzableiter plus zusätzlicher Überspannungsschutz.
- Für gewisse Gebäude ist Blitzschutz Pflicht, für Wohnhäuser oft nicht.
In Niederglatt SG ist am Dienstagabend eine Scheune in Vollbrand geraten. Verletzt wurde niemand, der Schaden beträgt rund 400’000 Franken. Die Brandursache wird noch abgeklärt – laut Kantonspolizei St. Gallen steht derzeit ein Blitzeinschlag im Vordergrund.
Der Fall zeigt: Blitze können Gebäude innert Sekunden in Brand setzen. Doch wie gross ist das Risiko – und was schützt wirklich?
Blitze setzen Gebäude in Sekunden in Brand
Am grössten sind die Schäden bei direkten Blitzeinschlägen. Dabei entlädt sich in Sekundenbruchteilen eine enorme Energiemenge.
«An den Einschlagstellen werden Temperaturen von bis zu 30'000 Grad Celsius gemessen», schreibt die Beratungsstelle für Brandverhütung (BFB). Bei einem ungeschützten Gebäude kann dadurch sofort ein Brand entstehen.
Doch auch Einschläge einige Hundert Meter vom Haus entfernt können Schäden verursachen. Dann kann die Energie über Strom-, Telefon- oder Internetleitungen ins Haus gelangen.
«Dadurch können elektrische Installationen und die daran angeschlossenen Geräte stark beschädigt werden», erklärt die BFB auf ihrer Webseite. Auch dies könne zu Bränden und Verletzungen führen.
Blitzschutz leitet die Energie in den Boden
Schutz bietet ein Blitzschutzsystem. Es besteht aus Vorrichtungen auf dem Dach, Leitungen an der Fassade und einer Erdung im Boden. Trifft der Blitz das Gebäude, wird die Energie kontrolliert ins Erdreich geleitet.
Christine Räss von der Gebäudeversicherung St. Gallen erklärt gegenüber Nau.ch: «Dies reduziert die Wahrscheinlichkeit einer Brandentstehung erheblich.»
Wichtig ist aber: Ein Blitzableiter allein schützt nicht alles. Damit auch Leitungen und Geräte im Haus besser geschützt sind, braucht es zusätzlich einen Überspannungsschutz. Dieser verhindert, dass gefährliche Spannung über Kabel ins Gebäude gelangt, schreibt die BFB.
Blitzschutz ist nicht für jedes Haus Pflicht
Vorgeschrieben ist ein Blitzschutz nicht für jedes Wohnhaus. Eine Pflicht gilt aber für besonders gefährdete Gebäude. Dazu gehören etwa Spitäler, Heime, Hotels, Hochhäuser, grosse Landwirtschaftsbauten, Industrieanlagen mit brennbaren Stoffen oder Gebäude an exponierten Lagen.
Ganz ausschliessen lässt sich ein Schaden trotzdem nie. Auch ein geschütztes Gebäude kann betroffen sein. Etwa, wenn das System nicht fachgerecht installiert wurde oder der Schutz im Innern fehlt.
Fachleute sollen den Schutz früh planen
Die Beratungsstelle für Brandverhütung empfiehlt Hausbesitzern deshalb, ein Blitzschutzsystem früh einzuplanen. Bei einem Neubau kostet eine Installation laut BFB rund 3000 bis 4000 Franken. «Eine nachträgliche Installation ist aufwändiger und kostet oft doppelt so viel», mahnt die Beratungsstelle.
Wichtig für Laien: Die Planung und Installation gehört in die Hände von Fachleuten. Und eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (FI-Schalter) ersetzt keinen Überspannungsschutz.











