Nach Bombendrohung: Aus für Mega-Flohmarkt in Kreuzlingen/Konstanz
Nach einer Bombendrohung musste der 24-Stunden-Flohmarkt in Kreuzlingen/Konstanz heuer evakuiert werden. Nun steht die Veranstaltung vor dem Aus.

Das Wichtigste in Kürze
- Hohe Sicherheitskosten bringen die Veranstalterin des 24-Stunden-Flohmarktes in Kreuzlingen und Konstanz in finanzielle Bedrängnis.
- Kreuzlingen prüft eine Schweizer Variante des beliebten 24-Stunden-Flohmarkts.
- Die Nachbarstädte wollen trotz Absage grenzüberschreitende Projekte fortsetzen.
Mitte Juni ist der grenzüberschreitende Flohmarkt im thurgauischen Kreuzlingen und dem benachbarten deutschen Konstanz von einer Bombendrohung überschattet worden. Die Polizei musste das Gelände evakuieren. Später gab sie Entwarnung.
Der 24-Stunden-Flohmarkt im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet findet jährlich statt. Dieses Jahr zog er 80’000 Besuchende an fast 1000 Stände an.
Doch nächstes Jahr fällt die beliebte Veranstaltung aus.
Die Veranstalterin auf deutscher Seite, die Marketing und Tourismus Konstanz GmbH, begründet den Schritt mit grossen Risiken und gestiegenen Sicherheitsanforderungen. Hinzu kommt ein finanzielles Defizit, das auf die hohen Sicherheitsauflagen zurückzuführen ist.
Sicherheitskosten explodieren
Auch der diesjährige Vorfall hat zum Entscheid beigetragen. «Die Bombendrohung beim letzten Flohmarkt hat uns noch mal unmissverständlich gezeigt: Der Flohmarkt ist in dieser Form nicht mehr verantwortbar und nicht mehr tragbar», sagt der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt.
Nicole Esslinger ist die OK-Präsidentin des Flohmarkts auf Schweizer Seite. «Wir möchten, dass der Flohmarkt auch im Jahr 2027 stattfindet», sagt sie auf Anfrage von Nau.ch.

Heisst also: Ein Flohmarkt nur auf Schweizer Seite wäre grundsätzlich denkbar. Spruchreif ist noch nichts.
Esslinger betont die Bedeutung der Veranstaltung. Kreuzlingen könne damit Gäste aus dem In- und Ausland anlocken und Übernachtungen generieren. «Ebenso ist die Veranstaltung bei der lokalen Bevölkerung sehr beliebt.»
«Kaum eine Veranstaltung, die weniger politisch ist»
Die diesjährige Bombendrohung nennt die OK-Präsidentin «besonders bedauerlich» – und betont: «Es gibt kaum eine Veranstaltung, die weniger politisch ist.» Das zeige, dass auch das beste Sicherheitskonzept nicht gegen alle Bedrohungen greife.
Kreuzlingen und Konstanz bleiben trotz des Entscheides verbunden. «Beide Städte haben ein grosses Interesse daran, dass es weiterhin grenzüberschreitende Veranstaltungen gibt», so Esslinger.

Auch die Stadt Kreuzlingen bedauert den Entscheid auf deutscher Seite. Stadtpräsident Thomas Niederberger bezeichnet auf Anfrage von Nau.ch den grenzüberschreitenden Flohmarkt als «beliebter und verbindender Anlass für die Nachbarstädte».
Viele Menschen hätten den Flohmarkt zum Anlass genommen, Kreuzlingen und Konstanz zu besuchen und verbänden damit positive Erinnerungen.
«Kreuzlingen und Konstanz verbindet mehr als Flohmarkt»
Die Stadt unterstütze die Durchführung auf Kreuzlinger ideell und finanziell, so Niederberger. «Wir sind mit den Verantwortlichen im Austausch, ob und in welcher Form der Flohmarkt in Kreuzlingen weitergeführt werden könnte.»
Konkrete Entscheide seien noch nicht gefallen.

Der Stadtpräsident betont: «Kreuzlingen und Konstanz verbindet viel mehr als der Flohmarkt.» In zahlreichen Bereichen arbeiteten die Städte eng zusammen und stünden in einem steten und positiven Austausch.
«Wir sind sicher, dass es auch künftig ein grosses Interesse an gemeinsamen grenzüberschreitenden Veranstaltungen und Projekten gibt», so Niederberger.












