Mehr Konflikte zwischen Arbeitgebern und Angestellten im Jahr 2025

Keystone-SDA
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Bern,

Gemäss der Versicherungsgesellschaft AXA-ARAG hat 2025 die Zahl der Konflikte am Arbeitsplatz zugenommen. Es wurden deutlich mehr Fälle von Mobbing und Kündigungen gemeldet.

Konflikt
2025 haben die Konflikte zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zugenommen. - keystone

Im Jahr 2025 nahmen die arbeitsrechtlichen Fälle in mehreren Bereichen zu, wie AXA-ARAG am Dienstag mitteilte. Mit 36 Prozent verzeichnete das Unternehmen die grösste Zunahme bei Verletzungen der Fürsorgepflicht durch die Arbeitgebenden. Eine Verletzung der Fürsorgepflicht liegt dann vor, wenn Arbeitgebende die Gesundheit oder die persönliche Integrität ihrer Mitarbeitenden nicht ausreichend schützen. Dies schliesst auch den Schutz vor Mobbing ein.

Auch die Rechtsfälle im Zusammenhang mit Kündigungen nahmen um 26 Prozent zu. Im Schweizer Arbeitsrecht gilt zwar grundsätzlich die Kündigungsfreiheit. Eine Kündigung kann jedoch missbräuchlich sein, wenn sie gegen den Grundsatz von Treu und Glauben verstösst. Dies sei beispielsweise bei Kündigungen wegen gewerkschaftlicher Tätigkeit oder der Ausübung gesetzlicher Pflichten wie dem Militärdienst der Fall, sagte Carole Kaufmann Ryan, Rechtsanwältin bei der AXA-ARAG. Gerichte können Betroffenen eine Entschädigung von bis zu sechs Monatslöhnen zusprechen.

Zudem suchten Versicherte 14 Prozent häufiger Rechtsberatung wegen Arbeitszeugnissen auf. Gründe dafür waren negative Formulierungen oder falsche Leistungsbeschreibungen. Arbeitnehmende haben jederzeit Anspruch auf ein Zeugnis, das laut Gesetz «ehrlich, aber wohlwollend» formuliert sein muss.

Der Schweizerische Arbeitgeberverband relativierte die Zahlen. Die Statistik der AXA-ARAG zeige nur die Zunahme der gemeldeten Streitigkeiten, nicht aber die der tatsächlichen Verurteilungen von Arbeitgebern. Dies deute in erster Linie darauf hin, dass Versicherte ihre Rechtsschutzversicherung schneller in Anspruch nähmen. Aussagekräftig sei nicht die Zahl der gemeldeten Fälle, sondern die Anzahl der gerichtlichen Verurteilungen.

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA den Trend zu mehr Arbeitskonflikten. Diese Entwicklung dauere bereits seit drei bis vier Jahren an. Als einen Faktor nannte der SGB die Zunahme von Homeoffice.

Wenn sich Mitarbeitende seltener persönlich begegneten, wirke sich dies negativ auf Konfliktsituationen aus. Zudem berichteten die Rechtsdienste der Verbände von einer abnehmenden Bereitschaft, Lösungen zu finden.

Laut der Gewerkschaft Unia müssen Beschäftigte, die sich für ihre Rechte einsetzen, fürchten, entlassen zu werden. Die hohe Zahl missbräuchlicher Kündigungen sei seit Jahren ein Problem. Mitglieder der Unia berichteten häufiger von Stress, Mobbing oder sexueller Belästigung. Die Gewerkschaft beobachte seit Längerem, dass der Druck am Arbeitsplatz vielerorts steige.

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