Stadt Luzern

    Luzerner Stadtrat kämpft mit Kostenexplosion

    Keystone-SDA Regional
    Keystone-SDA Regional

    Luzern,

    Luzerns Stadtrat präsentiert eine überarbeitete Finanzierungsvorlage für das EWL-Areal, nachdem die Projektkosten explodierten.

    EWL
    EWL-Areal. (Archivbild) - keystone

    Der Luzerner Stadtrat legt dem Parlament eine überarbeitete Finanzierungsvorlage für den Bau auf dem EWL-Areal vor.

    Diese beinhaltet unter anderem eine Erhöhung des Aktienkapitals der Stadt Luzern an der EWL Areal AG, einen Sonderkredit für den Mieterausbau städtischer Nutzungen und einen Kredit für ein rückzahlbares Darlehen. Die Überarbeitung war nötig aufgrund massiver Kostensteigerungen.

    Das Stadtparlament hatte die Vorlage im Mai vergangenen Jahres zur Überarbeitung zurückgewiesen, nachdem bekannt wurde, dass sich die Projektkosten von 211,5 auf 244,8 Millionen Franken erhöhen werden.

    Die Mehrkosten seien auf vor allem auf die Baukostenteuerung, auf Bestellungsänderungen sowie höhere Zinsen zurückzuführen, wie aus dem am Montag veröffentlichten Bericht und Antrag hervor geht. Eine unabhängige Kostenprüfung habe die Projektkosten bestätigt. Das Stimmvolk soll voraussichtlich am 9. Juni über die überarbeitete Vorlage abstimmen.

    Mehrkosten durch verschiedene Faktoren

    Neben gemeinnützigen Wohnungen, Alterswohnungen, Gewerbe- und Büroräumen für EWL Energie Wasser Luzern und die Stadt Luzern sind auf dem Areal auch die neue Feuerwache der Feuerwehr sowie Stützpunkte für den Zivilschutz und den Rettungsdienst vorgesehen.

    Die EWL Areal AG setzt das Projekt «Rotpol» um. Die drei Hauptnutzerinnen EWL Energie Wasser Luzern Holding AG, ABL (Allgemeine Baugenossenschaft Luzern) und die Stadt Luzern sind gleichzeitig auch die Eigentümerinnen der EWL Areal AG. Das Grundstück wird von EWL im Baurecht zur Verfügung gestellt.

    ewl
    Das ewl Areal an der Industriestrasse in der Nähe des Bahnhof Luzern. - Keystone

    Der geplante Nutzungsmix ist auf öffentliche Bedürfnisse zugeschnitten und entspricht laut Bericht und Antrag nicht einer renditeorientierten Ausnutzung des Areals.

    Die Gesamtrendite beträgt 2,09 Prozent, was im privatwirtschaftlichen Umfeld als ungenügend gelten würde, wie aus der Vorlage hervor geht.

    Eine tiefe Rendite sei aufgrund der umfangreichen Nutzungen für öffentliche Zwecke grundsätzlich vertretbar, erhöhe aber die Anforderungen an das Eigenkapital, heisst es weiter.

    So beantragt der Stadtrat, die Fremdfinanzierung mit einem städtischen nachrangigen, rückzahlbaren Darlehen im Umfang von 50 Millionen Franken zu unterstützen.

    Finanzierungsstrategie unter Druck

    Die Finanzierung erfordert laut Stadtrat auch eine Erhöhung des Aktienkapitals der EWL Areal AG von derzeit 6 auf 65 Millionen Franken, wobei die Stadt Luzern, EWL und ABL unterschiedliche Beteiligungen haben.

    Die EWL Areal AG übernimmt den Mieterausbau für städtische Nutzungen gegen eine Einmalzahlung von voraussichtlich 35,1 Millionen Franken.

    Die jährliche Miete mit Neben- und Betriebskosten beträgt rund 4,89 Millionen Franken. So wird ein Sonderkredit von 48,9 Millionen Franken für diese wiederkehrende Ausgabe benötigt.

    Das «Rotpol»-Projekt schafft rund 600 Arbeitsplätze und 150 Wohnungen auf dem bisher ungenutzten EWL-Grundstück. Es ist Teil grösserer Arealentwicklungen in der Industriestrasse.

    Der Stadtrat beantragt zudem einen Kredit in Höhe von 11,14 Millionen Franken für das Gesamtprojekt Unterlachen, um Strassen in diesem Gebiet zu sanieren und die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Die Industriestrasse soll zudem in eine Begegnungszone mit Tempo 20 umgewandelt werden.

    Kommentare

    Weiterlesen

    KI
    154 Interaktionen
    Gefahr
    x
    24 Interaktionen
    «Fire!»

    MEHR AUS STADT LUZERN

    FC Luzern SC Freiburg
    3 Interaktionen
    Mit 2:4
    5 Interaktionen
    Kilbi-Stimmung
    Luzern
    1 Interaktionen
    Luzern