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Luzern: Crack-Konsumort im Wohnquartier? Anwohner unzufrieden

Redaktion
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Luzern,

Crack-Süchtige sollen in Luzern einen Aufenthaltsplatz erhalten. Der geplante Ort sorgt aber bei den Anwohnenden für Unmut.

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Crack wird immer mehr zu einem Problem. (Archivbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Droge Crack wird in Schweizer Städten ein immer grösseres Problem.
  • Stadt und Kanton Luzern wollen nun einen Aufenthaltsplatz für Süchtige schaffen.
  • Der geplante Standort sorgt jedoch für Widerstand.

An der Luzerner Gibraltarstrasse soll in einem Hinterhof ein Konsumort für Crack-Süchtige eingerichtet werden. Für die Anwohnerinnen und Anwohner ist dieser Plan ein Dorn im Auge.

«Die Reaktionen aus dem Quartier sind überwiegend negativ», sagt Tobias König gegenüber dem Regionaljournal von SRF. Er ist der Co-Präsident des Quartiervereins Säli-Bruch-Obergütsch.

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Der Hinterhof dieses Gebäudes soll als Aufenthaltsort dienen. - Screenshot Google Street View

Schon heute sei die Situation teils schwer tragbar – besonders rund um den Kasernenplatz. Briefkästen würden häufig leergeräumt. Menschen würden in Tiefgaragen übernachten. Gemäss König wächst nun die Angst, dass sich dies verstärkt.

Zudem kritisiert man auch den Nutzen einer solchen Einrichtung: «Der Platz wird kein Problem lösen, sondern versteckt es bloss.» Offener Handel finde weiterhin statt, ebenso die Beschaffungskriminalität.

Stadt verteidigt Massnahme

Crack wird vermehrt zum Problem – auch in Luzern. Konsumierende dieser Droge würden heute bis zu 85 Prozent ausmachen. Dies sagt Christian Wandeler, Sicherheitsmanager der Stadt Luzern.

Vom Kanton und der Stadt gibt es deshalb ein Massnahmenpaket.

Teil davon: ein Aufenthaltsplatz. «Crack-Konsumierenden den Rückzug zu ermöglichen, ist eine der wirksamsten Massnahmen», so Wandeler. Schweizweite Erfahrungen würden dies bestätigen.

Hältst du Konsumräume für eine wirksame Massnahme im Kampf gegen Drogen?

Der Ort wurde im Vorfeld evaluiert. Ein Sicht- und Lärmschutz soll installiert werden. Eine ambulante Behandlungs- und Abklärungsstelle für opioid- oder mehrfachabhängige Menschen befindet sich in der Nähe.

Vorgesehen ist, den Hinterhof von 17 bis 21 Uhr jeweils zu öffnen. Ein Team aus Fachleuten betreut die Süchtigen dann. Dieses soll dann auch dafür sorgen, dass die Szene sich nach der Schliessung nicht ins Quartier verschiebt.

«Es ist extrem schwierig, den richtigen Ort zu finden», räumt Sicherheitsmanager Wandeler gemäss Regionaljournal ein. Er sieht aber hier eine Gelegenheit, öffentliche Plätze und das Quartier zu entlasten. «Weil es die Leute hierhin kanalisiert.»

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Kommentare

User #2853 (nicht angemeldet)

Also ich finde das toll. Luzern bekommt eine neue SP Parteizentrale

User #7843 (nicht angemeldet)

Die Räume mögen gut sein, damit man die Personen beim Konsum nicht sieht. Man sieht und bemerkt sie aber anschliessend im Rausch und unberechenbar in der Stadt. Oder am liebsten noch am Wohnort im Eingangsbereich, denn die Personen wohnen ja nicht im Konsumationsraum. Das ist auch in Bern und in der restlichen Schweiz leider immer mehr so: wenn man eine noch halbwegs bezahlbare Wohnung findet, darf man sich mit genau solchen Leuten rumschlagen. Das macht mir Angst, wenn ich ans Älterwerden denke. Schade um den schönen Ort.

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