Labore beanstanden über die Hälfte der Proben wegen Weichmachern
Kantonale Labore haben im Rahmen einer Untersuchung in 14 Kantonen und Liechtenstein Kunststoffprodukte auf verbotene Weichmacher untersucht. Dabei wurde mehr als die Hälfte der Proben beanstandet und 33 Produkte wurden aus dem Verkehr gezogen, wie das Kantonslabor Basel-Stadt am Dienstag mitteilte.

Insgesamt wurden 1669 Produkte untersucht und dabei 201 Verdachtsproben genommen, wie das Labor schreibt. Davon seien 105 beanstandet worden, was 52 Prozent der Proben und sechs Prozent der Produkte entspreche, die geprüft worden seien.
Dabei wurden Konzentrationen von bis zu 50 Prozent an Phtalaten festgestellt, wie es im Bericht steht. Phtalate werden als Weichmacher eingesetzt, etwa in Polyvinylchlorid-Kunststoff (PVC). Sie werden mit der Zeit aus dem Material entweichen und gelangten so in die Umwelt und in den menschlichen Körper.
Bestimmte Phtalate seien als fortpflanzungsgefährdend eingestuft und beeinträchtigten die kindliche Entwicklung im Mutterleib, schreibt das Labor. Sie dürften nicht in den Verkehr gebracht werden und Gleiches gelte für Produkte, die eine Konzentration von über 0,1 Prozent enthielten.
«Die Kampagne zeigt, dass auch fünf Jahre nach dem Verbot gesundheitsgefährdender Phtalate weiterhin belastete Produkte im Handel sind», schlussfolgert das Labor. Die fehlbaren Produkte seien mehrheitlich in Ländern hergestellt worden, in denen Phtalate «nicht streng genug reglementiert» seien. Viele Importeure würden ihrer Sorgfaltspflicht nur unzureichend nachkommen und einige Betriebe seien früher schon sanktioniert worden.






