Kritik an Basler Polizei wegen Gummischrot Einsatz wird lauter

    Brendan Bühler
    Brendan Bühler

    Basel,

    Vergangen Samstag kam es zu einem Grossaufgebot der Basler Polizei – inklusive Gummischrot-Einsatz. Die Kritik am Vorgehen wird lauter.

    Grosser Polizeieinsatz an der Kundgebung der Pnos (Partei National Orientierter Schweizer).
    Grosser Polizeieinsatz an der Kundgebung der Pnos (Partei National Orientierter Schweizer). - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bei einer Pnos-Gegen-Kundgebung setzte die Polizei Gummischrot ein.
    • Die Kritik häuft sich, dass dieser Einsatz übertrieben war.

    Mehrere hundert
    Polizisten waren am vergangenen Samstag im Einsatz, als die rechtsextreme
    Partei National Orientierter Schweiz (Pnos) eine Kundgebung in Basel abhielt. Mehrere
    hundert Pnos-Gegner nahmen jeweils an den bewilligten und unbewilligten Gegen-Kundgebungen
    teil.

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    Die Basler
    Polizei, mit Unterstützung von anderen Kantonen, setzte viel Gummischrott ein.
    Mindestens zwei Personen wurden verletzt. Der Einsatz sorgt bei vielen für
    Kopfschütteln, so etwa bei der Basler SP-Grossrätin Toya Krummenacher. Laut
    der «bzbasel» hat sie eine Interpellation im Grossen Rat in Aussicht gestellt. Es
    werde parteiübergreifend diskutiert.

    Immer wieder schwere Verletzungen

    Kritiker monieren,
    dass die Polizei die Gummigeschosse aus zu kurzer Distanz abgefeuert habe. Grundsätzlich
    sollte eine Distanz von 20 Metern eingehalten werden – ausser in Notwehr.
    Angesprochen auf die kurze Schussdistanz am Samstag in Basel antwortete die Kantonspolizei
    Basel-Stadt, dass man die Einsätze nach «dem 3D»-Prinzip» ausführe. Die «Ds»
    stehen für Dialog, Deeskalation und Durchgreifen.

    Pnos Messeplatz
    Eine Handvoll Demonstranten für die Pnos (Partei National Orientierter Schweizer) versammeln sich an der organisierten Kundgebung gegen den UNO-Migrationspakt in Basel im Jahr 2018. - Keystone

    Ausserdem habe man per Megafon die anwesenden Personen gewarnt. Mehrere
    Personen, die beim Einsatz dabei waren, geben jedoch an, nichts gehört zu
    haben. Die Situation war kurz vor dem einen Einsatz von Gummischrot unübersichtlich,
    es herrschte ein hoher Lautstärkepegel. Die mutmassliche kurze Schussdistanz werde überprüft, «wenn es zu einer Anzeige kommen sollte».

    SVP geht in andere Richtung

    Ausserdem wurde gestern Donnerstag eine
    Interpellation verschickt. SVP-Grossrat Beat Schaller will wissen, welche
    Massnahmen zur Identifikation der Teilnehmenden der unbewilligten Kundgebung unternommen
    werden und inwiefern diese zur Verantwortung gezogen werden. Zudem möchte er wissen wie hoch die Kosten sind, die den Steuerzahlern «zu Lasten» fallen. Die SVP Basel war die einzige Partei, die nicht an der bewilligten Kundgebung gegen die Pnos teilnahm. 

    pnos stawa basel
    Demonstranten protestieren gegen die Pnos (Partei National Orientierter Schweizer) in Basel. - keystone

    Eine Anfrage bei der Kantonspolizei zu den Kosten des Polizeieinsatzes brachte
    ebenfalls keine richtigen Antworten: «Eine Kostenangabe für
    einzelne Einsätze würde überdies Rückschlüsse auf das Dispositiv erlauben,
    weshalb wir aus polizeitaktischen Gründen dazu keine detaillierten Angaben
    machen.»

    Eines ist bereits klar:
    Die Pnos-Kundgebung ist zwar seit fast einer Woche vorbei, das Thema bewegt aber noch immer.

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