Pully/Lausanne (awp) Der Krankenversicherer Assura hat im Jahr 2020 die Einnahmen halten können, gleichzeitig aber deutlich an Gewinn eingebüsst. Um die Reserven gering zu halten, will Assura ihren Versicherten dennoch rund 30 Millionen Franken zurückerstatten.
Der Westschweizer Krankenversicherer Assura hat im Jahr 2020 weniger Gewinn erzielt. Die Prämieneinnahmen blieben hingegen stabil.(Archivbild)
Der Westschweizer Krankenversicherer Assura hat im Jahr 2020 weniger Gewinn erzielt. Die Prämieneinnahmen blieben hingegen stabil.(Archivbild) - sda - KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Das Wichtigste in Kürze

  • Die verdienten Prämien beliefen sich 2020 wie bereits im Vorjahr auf 3,9 Milliarden Franken, wie die Krankenasse am Donnerstag mitteilte.

Davon entfielen 3,6 Milliarden auf die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP). Das sind 100 Millionen mehr als im Vorjahr.

Das Bruttoergebnis vor Abzug der Rückstellung für die Rückerstattung an die Versicherten fiel mit 36,3 Millionen Franken allerdings fast 10 Millionen tiefer als im Jahr 2019 (45,6 Mio) und unter dem Strich blieb ein Gewinn von 6,3 Millionen.

Das Kerngeschäft musste einen Taucher hinnehmen. Das versicherungstechnische Ergebnis rutschte mit -13,2 Millionen Franken in die Verlustzone. Im Vorjahr hatte die Assura im Versicherungsgeschäft noch einen Gewinn von 27,2 Millionen Franken ausgewiesen.

Der Schaden-Kosten-Satz (Combined Ratio) verschlechterte sich auf 100,3 Prozent nach 99,3 Prozent im Vorjahr. Bei Werten von unter 100 Prozent wirft das Geschäft versicherungstechnisch Gewinne ab. Dagegen fiel das Ergebnis aus Kapitalanlagen mit 47,3 Millionen Franken höher aus als ein Jahr zuvor (32,9 Millionen).

Das Anlageergebnis sei trotz volatiler Kapitalmärkte solide, hiess es weiter. Die Versicherung führt dies auf Absicherungsmassnahmen und gutes Risikomanagement zurück.

Die Reserven von Assura lagen laut dem Communiqué Ende 2020 bei einer Solvenzquote von 150 Prozent und damit auf der Schwelle, ab der Prämien zurückerstattet werden können.

«Wenn wir das Geld an unsere Versicherten zurückerstatten und nicht in die Reserven fliessen lassen, bleiben diese auf einem angemessenen Niveau», wird Assura-Chef Ruedi Bodenmann zitiert. Eine Solvenzquote von 150 Prozent entspreche den Leistungen, die Assura in einem Quartal erstatte.

Die Reserven von Krankenversicherungen in der Schweiz hätten in den letzten drei Jahren von einer durchschnittlichen Solvenzquote von 150 auf 200 Prozent zugenommen. «Die Reserven sind momentan zu hoch», so Ruedi Bodenmann. Deshalb müsse das Geld an die Versicherten zurückerstattet werden.

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