«Kinder der Landstrasse» als kulturellen Genozid verurteilen

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Bern,

    Fahrende fordern die Verurteilung der Aktion «Kinder der Landstrasse» als kulturellen Genozid.

    schweizer radio und fernsehen
    Kinder von Fahrenden auf einem Standplatz am Stadtrand von Zürich, aufgenommen im Jahr 1958. - keystone

    Fahrende fordern in einem offenen Brief, die Schweiz solle die Aktion «Kinder der Landstrasse» als kulturellen Genozid verurteilen. Bei der Aktion nahm die Stiftung Pro Juventute Schweizer Jenischen und Sinti die Kinder weg. Zudem sterilisierte und internierte die Schweiz Angehörige dieser Minderheit.

    Die bundesnahe Stiftung Pro Juventute entzog im 20. Jahrhundert fahrenden Menschen die Kinder und zerriss Familien. Schätzungsweise gibt es 2000 betroffene Kinder, deren genaue Zahl unklar ist. Die offizielle Schweiz verfolgte Jenische und Sinti zudem in vielfältiger Weise, etwa durch Internierung wegen «Vaganität».

    Entschuldigung reicht nicht aus

    Im offenen Brief an Justizministerin Elisabeth Baume-Schneider fordern jenische Organisationen und Persönlichkeiten eine Verurteilung von «Kinder der Landstrasse» als kultureller Genozid an Jenischen und Sinti.

    Trotz erfolgter Entschuldigung und Entschädigung müsse dieser Schritt erfolgen, wolle sich das Land zu seinen Taten bekennen. Zu den Opfern würden nicht nur direkt Betroffene gehören, sondern auch deren Nachkommen sowie Angehörige von Familien des gesamten Volkes der Jenischen und Sinti.

    Unterzeichnet haben den offenen Brief die Radgenossenschaft der Landstrasse (Dachorganisation der schweizerischen Jenischen und Sinti), die transnationalen Organisation Schäft Qwant und die Westschweizer Organisation Jenisch-Manisch-Sinti.

    Kommentare

    Weiterlesen

    schweizer radio und fernsehen
    «Landstrassenkinder»
    Betreutes Wohnen
    Betreutes Wohnen

    MEHR AUS STADT BERN

    Sanches
    Gewusst?
    Andreas Wisler
    Mehrfach in Psychi
    Emmental
    Emmental