Kanton Freiburg gleicht Voranschlag mit SNB-Reserven aus
Der Kanton Freiburg rechnet auch 2027 mit einer schwarzen Null. Dafür müssen allerdings 90 Millionen Franken an Rückstellungen aufgelöst werden.

Die Freiburger Finanzlage ist seit längerem angespannt. Ein Gesetz zur Sanierung der Kantonsfinanzen schickte das Volk im April bachab. Dennoch hat der Staatsrat beschlossen, den Steuerfuss unverändert bei 96 Prozent zu belassen.
Im Budget fürs kommende Jahr steigen Aufwand und Ertrag um je 1,8 Prozent auf rund 4,65 Milliarden Franken. Treiber bei den Ausgaben seien steigende Kosten im Gesundheits-, Sozial- und Asylbereich, teilte die Kantonsregierung mit.
Mit einer Subventionsquote von 42,1 Prozent überschreitet der Kanton die gesetzliche Obergrenze. Die Regierung muss dem Grossen Rat nun innert Jahresfrist Massnahmen vorschlagen.
Der Personalaufwand wächst auf knapp 1,6 Milliarden Franken. Netto werden rund 122 neue Vollzeitstellen geschaffen, wovon fast 40 Prozent auf den Bildungsbereich entfallen. Weitere Stellen entstehen bei Informatik, Justiz und Steuerverwaltung.
Bei den Steuereinnahmen rechnet der Kanton mit 1,73 Milliarden Franken, was einem Plus von 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Regierung rechnet mit höheren Einnahmen sowohl bei den Unternehmen als auch bei den natürlichen Personen.
Tiefer Selbstfinanzierungsgrad
An den hohen Investitionen hält der Kanton fest. Geplant sind Bruttoinvestitionen von 294,6 Millionen Franken, unter anderem für das Kulturgüterlager, die Freiburger Strafanstalt und das Naturhistorische Museum.
Die Nettoinvestitionen können bei weitem nicht aus eigenen Mitteln gedeckt werden: Der Selbstfinanzierungsgrad liegt mit 50,6 Prozent weit unter dem Richtwert. Der Finanzierungsfehlbetrag von rund 114 Millionen Franken wird aus dem Vermögen gedeckt.






