Möglicherweise handelte es sich beim Stern von Bethlehem um ein Himmelsphänomen, das am Montag zu sehen ist. Jupiter und Saturn «verschmelzen» miteinander.
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Konjunktion von Jupiter und Saturn. Die beiden Planeten verschmelzen am Montagabend. - zVg

Das Wichtigste in Kürze

  • Heute, Montagabend, ist am Himmel die Konjunktion von Saturn und Jupiter zu beobachten.
  • Der schnellere Jupiter überholt dann den ferneren Saturn.
  • Dieses Phänomen könnte den Stern von Bethlehem vor über 2000 Jahren erklären.

Was wies Caspar, Melchior und Balthasar den Weg zu Jesus? Der Bibel zufolge fanden die drei Weisen durch den Stern von Bethlehem zu der Krippe des Kindes.

Doch um was für ein Phänomen handelte es sich dabei? War es ein Komet, eine auf der Erde zu sehende Sternenexplosion, oder war es eine besondere Konstellation von Planeten? Gab es das Himmelsphänomen tatsächlich oder war es nur Symbolik? Das alles steht in den Sternen.

Jupiter und Saturn «verschmelzen»

Ein Himmelsphänomen, das durchaus in Betracht gezogen werden kann, wiederholt sich nun pünktlich zur Weihnachtszeit. Am Abendhimmel des 21. Dezembers verschmelzen für unsere Augen die beiden grössten Planeten unseres Sonnensystems Jupiter und Saturn.

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Jupiter und Saturn neben einer Indianer-Statue in Kansas, USA. - Keystone

«Einige Astronomen und Historiker sehen in dieser Konstellation eine mögliche Erklärung für den Stern von Bethlehem des Matthäusevangeliums», erklärt Marc Horat, Leiter vom Planetarium Luzern.

Bei dieser sogenannten Konjunktion kommen sich der Königsstern Jupiter und Saturn (Stern des jüdischen Volkes) von der Erde aus gesehen besonders nahe. Der Grund: Beide sind mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten um die Sonne unterwegs. Der schnellere Jupiter überholt dann den ferneren Saturn.

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Die beiden Planeten Jupiter (links) und Saturn, aufgenommen durch das Teleskop Subaru. Die Fotos wurden am 29. Januar 1999 in Tokyo veröffentlicht. - Keystone

Bereits im Jahr sieben vor Christus fielen die zwei eng beieinander stehenden hellen Punkte am Himmel auf. Nun haben die beiden Riesenplaneten heute Abend wiederum eine sehr enge Begegnung. «Sogar einiges näher als vor über 2000 Jahren und die engste in den letzten paar hundert Jahren», so Horat.

In Wirklichkeit Millionen Kilometer entfernt

Jupiter und Saturn werden praktisch als ein einzelner, sehr heller «Stern» nach Sonnenuntergang am Südwesthorizont zu sehen sein. Im Feldstecher könne man sie dann gemeinsam mit ihren grössten Monden und dem Ring des Saturn beobachten.

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Der Saturn und seine Monde. - Keystone

Obwohl die beiden Planenten zu verschmelzen scheinen, «in Wirklichkeit sind die beiden Gasriesen Millionen von Kilometern voneinander entfernt», erklärt Horat weiter. Nur per Zufall würden wir sie von unserer irdischen Beobachtungsstation aus praktisch in einer Linie sehen.

Nach der Konjunktion wird sich der Abstand zwischen den beiden Planeten wieder laufend vergrössern.

So kann das Spektakel mitverfolgt werden

Noch ein paar Tipps: Ein ähnliches Aufeinandertreffen der beiden Planeten wird es erst im Jahr 2080 geben. Dann aber werde die grösste Annäherung erst in der hellen Morgendämmerung geschehen, wie Sven Melchert von der deutschen Vereinigung der Sternfreunde gegenüber der Nachrichtenagentur DPA erklärt.

Darum sei die Konjunktion von Jupiter und Saturn am 21. Dezember 2020 «die Beste, die uns das Universum für lange Zeit zu bieten hat».

Gemäss Melchert werden die beiden Planeten am abendlichen Südwesthimmel zu sehen sein. Ein Teleskop sei für eine Beobachtung nicht nötig. Das Phänomen ist also mit blossem Auge zu sehen, vorausgesetzt der Himmel klärt auf.

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Ein undatiertes Nasa-Foto des Jupiter mit seinem Mond "Io". Veröffentlicht am 7. März 2003. - Keystone

Der helle Jupiter werde dann links unterhalb des Ringplaneten Saturn zu sehen sein. Mit blossem Auge werde man beide nicht mehr voneinander trennen können. Mit einem Fernglas könne man dann neben Jupiter auch einige seiner vier grossen Monde erkennen. Mit einer mindestens 30-fachen Vergrösserung sei auch das Ringsystem des Saturns zu sehen.

Das Phänomen kann auf dem Livestream der Gesellschaft deutschsprachiger Planetarien (GDP) mitverfolgt werden. Dort werden auch live-Teleskopbilder eingespielt, wie Marc Horat verrät. Und Horat selbst bleibt optimistisch: «Irgend ein wolkenfreier Ort wird sich schon finden.»

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