Jubel bei Thurgauer Winzern wegen Hitzesommer

Nico Wrzeszcz
Nico Wrzeszcz

Weinfelden,

Letztes Jahr war es extrem nass, in diesem Jahr extrem trocken. Was für viele zur Belastungsprobe wurde, war für die Weintrauben ein wahres Paradies.

Die Weinfelder Rebkommission freut sich über ein erfolgreiches Jahr (v.l.): Reto Lüchinger, Martin Wolfer, Stadtrat Valentin Hasler und Michael Burkhart
Die Weinfelder Rebkommission freut sich über ein erfolgreiches Jahr (v.l.): Reto Lüchinger, Martin Wolfer, Stadtrat Valentin Hasler und Michael Burkhart - Nico Wrzeszcz

Früher diente der Rebumgang dazu, die Wimmet durch die Rebkommission festzulegen. Heute sei dies anders, die Winzer sind frei, wann sie mit der Wimmet beginnen.

«Dennoch ist der Rebumgang heute noch Bestandteil der Rebkommission. Auch heute erfüllt er den Zweck einer Standortbestimmung», so Kommissionpräsident und Stadtrat Valentin Hasler. Dass Wein in der Stadt von grosser Bedeutung sei, sage schon der Name «Weinfelden».

Positives Extremjahr

2026 war ein besonderes Hitzejahr, das an keinem spurlos vorüberging. «Auch mir wird das Jahr lange in Erinnerung bleiben, auf eine positive Art», erklärte Martin Wolfer.

Trauben-Pflücker im Wallis.
Das Jahr war für die Weintrauben ein wahres Paradies. (Symbolbild) - keystone

Der Winzer habe gemerkt, dass die Rebe trotz der langen Trockenheit recht gut mit der Hitze umgegangen sind, trotz wenigen Wasserreserven im Boden.

«Die Reben sind überraschend gut mit wenig Wasser ausgekommen. Die Trauben sind in einem guten und gesunden Zustand.»

Durch die Sonne sei der Zuckeranteil gestiegen, während die Säure zurückging. Nun gilt es den richtigen Zeitpunkt zu treffen bei der Lese.

«Wir reden hier aber von einem absoluten Luxusproblem.» Man müsse den Kompromiss zwischen dem richtigen Zuckergehalt und der physiologischen Reife finden.

Zuversicht für die kommenden Tage

Nach langer Trockenphase regnete es pünktlich zum Rebumgang in Strömen. «Die aktuelle Wetterlage macht uns keine Sorgen, so wie es aktuell aussieht, wäre es sogar perfekt», betonte Winzer Michael Burkhart.

Vor der Fäulnis habe man zwar keine Angst, nur drei Wochen Dauerregen wäre nichts. «Wir hatten quasi noch nie eine so gute Ausgangslage wie in diesem Jahr. Den Pflanzenschutz konnten wir sogar vernachlässigen.»

Trinkst du gerne Wein?

Aufgrund der diesjährigen Wetterlage tausche man sich sogar mit Winzern aus dem Wallis oder aus Kalifornien aus. Dennoch gelte es jetzt, die Nerven zu behalten und den Alkohol auf einem gesunden Niveau zu halten.

Für Winzer Martin Wolfer begann die Wimmet mit dem ersten Posten Müller-Thurgau bereits am Dienstag vor einer Woche, der nächste Teil folgte in dieser Woche.

Für Michael Burkhart begann die Wimmet am Sonntag. Es sei erstaunlich, dass die Winzer trotz gleicher Bedingungen zum Teil so unterschiedlich mit der Lese beginnen.

Wichtig sei für alle Winzer jedoch, dass die Helfer zur richtigen Zeit parat sind. «Uns helfen auch Senioren, die ihre Ferien bereits extra so legen, um für die Wimmet parat zu sein», so Michael Burkhart.

Entspannter als im Vorjahr

Während die Winzer im vergangenen, sehr nassen Jahr, noch sehr nervös waren, ist davon in diesem Jahr fast keine Spur. «Natürlich müssen wir auch jetzt ruhig bleiben.

Man geht aber auf jeden Fall mit deutlich weniger Sorgen ins Bett als noch vor einem Jahr», erklärt Martin Wolfer. Wusste man im Vorjahr nicht, was einen erwartet, so können man in diesem Jahr auf Erfahrungswerte aus den Trockenjahren 2003 und 2018 zurückgreifen.

wein
Thurgauer Winzer jubeln wegen Hitzesommer. (Symbolbild) - keystone

Auch aus Gastrosicht sei das Weinjahr spannend mitzuverfolgen. «Man freut sich in jedem Jahr auf die neuen Produkte, die man seinen Gästen präsentieren darf», betonte Reto Lüchinger vom Gasthof Eisenbahn.

Für ihn ist ein guter Wein ebenso wichtig wie ein gutes Essen im Restaurant. Zusätzlich sei auch der Weinweg ein grosses Plus.

«Das Zusammenspiel zwischen Winzern und der Gastronomie funktioniert hier hervorragend. Viele Besucher des Weinwegs besuchen im Anschluss die Weinfelder Gastronomie. Und auf die dürfen wir hier in Weinfelden stolz sein», ist sich Lüchinger sicher.

Hinweis

Dieser Artikel ist zuerst in den «Weinfelder Nachrichten» erschienen.

Mehr zum Thema:

Kommentare

Weiterlesen

1 Interaktionen
Jenins GR/Neuenburg
14 Interaktionen
Bern
Weinlese in Luzern
5 Interaktionen
Weinlese in Luzern

MEHR AUS THURGAU

1 Interaktionen
Hemberg SG
Kanton Thurgau