Jaussi besteht auf Angriff im Wald - Staatsanwaltschaft zweifelt

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Fribourg,

Pascal Jaussi, Gründer von Swiss Space Systems, hat vor dem Straf- und Wirtschaftsgericht des Kantons Freiburg bestätigt, dass er 2016 Opfer eines Überfalls geworden sei. Die Staatsanwaltschaft vertritt die These, dass es sich um eine Inszenierung handelte, um den Konkurs seines Unternehmens hinauszuzögern.

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Pascal Jaussi, Gründer von Swiss Space Systems. - keystone

Die von der Verteidigung gestellten Vorfragen wurden zu Beginn des zweiten Verhandlungstages im Prozess gegen Pascal Jaussi am Montag alle zurückgewiesen.

Die Verhandlung war am vergangenen Dienstag nach einem Antrag auf Ablehnung des Staatsanwalts unterbrochen worden. Die Vorfragen betrafen insbesondere die Gültigkeit der Anklageschrift, den Stand der Aktenlage sowie die Beteiligung bestimmter Parteien am Verfahren.

Der 49-Jährige, der wegen der Hinterlassung einer Konkursmasse mit einem Fehlbetrag von 31,6 Millionen Franken – eine Summe, die er bestreitet – vor Gericht steht, war am 26. August 2016 mit schweren Verbrennungen in einem Wald im Broyebezirk aufgefunden worden.

Die Staatsanwaltschaft kam zum Schluss, dass es sich um eine Inszenierung gehandelt habe, die dazu dienen sollte, das Ende der Firma S3 hinauszuzögern, da der Angeklagte zu diesem Zeitpunkt darum kämpfte, Aufschübe für den Konkurs zu erwirken.

Am Montag forderte der Gerichtspräsident den Angeklagten auf, seine Version der Ereignisse bezüglich dieses angeblichen Übergriffs darzulegen, und merkte an, dass die von den Parteien vorgebrachten Elemente «diametral entgegengesetzt» seien.

Der Angeklagte wurde am Montag auch zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen der Misswirtschaft befragt. Er erläuterte, wie seine verschiedenen Geschäftszweige ineinandergreifen, um über mehrere Gesellschaften ein solides Projekt zu bilden.

Er sagte auch, er sei von Investoren, Banken und Versicherungen stark unterstützt worden. Denn seine Holding habe den Investoren wichtige Garantien im Bereich des Risikomanagements geboten, wie er hervorhob.

Allerdings soll der Geschäftspartner von Jaussi, der insbesondere die Buchhaltung leitete, ohne Wissen des Angeklagten umfangreiche Überweisungen an andere Unternehmen getätigt haben.

Was seinen Gesundheitszustand angeht, schilderte er ausführlich die Folgen jener Nacht im Jahr 2016, darunter gesundheitliche Probleme, posttraumatischer Stress und finanzielle Schwierigkeiten. Noch heute wird er demnach regelmässig von einem Psychiater betreut.

Der Prozess wird am 1. Juni fortgesetzt.

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