Irrer Franzose klettert auf Münster – und postet Bild aus 100 Metern
Ein Extremkletterer besteigt das 101 Meter hohe Berner Münster – und riskiert sein Leben. Videos und Bilder davon teilt der Franzose in den Sozialen Medien.
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Das Wichtigste in Kürze
- Lebensgefährlich! Ein französischer Extremkletterer steigt auf das Berner Münster.
- Auf dem 101 Meter hohen Turm angekommen, filmt er sich selbst.
- Laut der Kapo ist es «in den letzten Jahren vereinzelt zu Münster-Besteigungen gekommen».
Auf der ganzen Welt klettert er auf Hochhäuser, Kräne oder Gebäude. Der französische Extremkletterer «strimax_05», wie er sich auf Instagram nennt.
Nun tat er es auch in Bern. Seit wenigen Tagen sind auf seinem Insta-Profil ein Video und Bilder zu sehen, wie er im Schnee das Münster besteigt. Oben auf dem 101 Meter hohen Turm angekommen, filmt sich der Franzose erst einmal selbst. Einfach nur irre!
Salopp schreibt «strimax_05» zum Post: «Auf der höchsten Kirche der Schweiz erwartete uns eine schöne Überraschung: Die Stadt hat sich in ihren schönsten weissen Mantel gehüllt.»
Das mag bei der Betrachtung der Bilder und des Videos stimmen. Doch schnell stellt sich auch die Frage: Ist das alles überhaupt echt? Restlos klären lässt sich diese Frage nicht. Auch nicht, wann genau die Kletteraktion stattgefunden hat.
Für die Echtheit sprechen die regelmässigen Aktivitäten von «strimax_05» auf verschiedenen Plattformen. Auf Instagram hat der Franzose beispielsweise 19’600 Follower.
Auch die Kantonspolizei Bern bestätigt auf BärnerBär-Anfrage: «In den vergangenen Jahren ist es gemäss unserer Kenntnis sehr vereinzelt zur Besteigung des Münsterturmes ausserhalb der Öffnungszeiten gekommen.»
Genauere Angaben zur vorliegenden Kletteraktion, wie beispielsweise zum Zeitpunkt, könne die Kapo allerdings nicht machen.
Fakt ist: Mit einer solchen Münster-Besteigung bringt sich «strimax_05» in Lebensgefahr. Auf Gebäude klettern ist gefährlich und sollte auf keinen Fall nachgemacht werden.
Um ein Offizialdelikt handelt es sich beim dargestellten Sachverhalt laut der Kantonspolizei Bern aber nicht: «Wir nehmen nur Abklärungen auf, wenn ein Strafantrag vorliegt.»
Dies wäre der Fall, wenn die Evangelisch-Reformierte Gesamtkirchgemeinde Bern als Eigentümerin der Liegenschaft eine Anzeige einreichen würde. In diesem Fall könnten Hausfriedensbruch oder allenfalls Sachbeschädigung angezeigt werden. Das Strafmass sei am Ende Sache der Justiz.
Zur Frage, ob es oft vorkommt, dass Extremkletterer Berner Gebäude besteigen, sagt die Kantonspolizei Bern: «Wir führen keine Statistik zu Fällen mit Extremkletterern. Erfahrungsgemäss handelt es sich um Einzelfälle.»
1968: Vietcong auf dem Münster
Einer dieser Einzelfälle spielte sich beispielsweise bereits 1968 ab. Aus Solidarität mit dem kommunistischen Nordvietnam im Vietnamkrieg wurde eine Flagge des Vietcong auf dem Berner Münster gehisst.
Diese Aktion war Teil der Proteste, die auch in Bern stattfanden. Der Turmwächter musste diese «in gefährlicher Kletterei» entfernen, wie die Zeitungen damals schrieben.











