Stadt Zürich

In Zürich werden 270 Menschen wegen Gasflasche evakuiert

Wegen der Entsorgung einer potenziell gefährlichen Chemikalie wird rund um die ETH Zürich heute ein Gebiet evakuiert und teilweise gesperrt.

Evakuierung
Die Vorbereitungen für die Evakuierung und die Entsorgung der Gasflasche in Zürich sind im Gang. - Nau.ch

Das Wichtigste in Kürze

  • Die ETH Zürich entsorgt eine Gasflasche mit Chlortrifluorid aus früherer Forschung.
  • Für den Abtransport gilt von 10 bis 16.30 Uhr eine Evakuierungszone rund um die ETH.
  • Strassen werden gesperrt, auch der öffentliche Verkehr ist zeitweise eingeschränkt.

Heute kommt es rund um die ETH Zürich zu einer Evakuierung und temporären Verkehrseinschränkungen. Grund ist die Entsorgung einer potenziell gefährlichen chemischen Substanz aus einem früheren Forschungsbestand.

Wie die Kantonspolizei Zürich mitteilt, handelt es sich um Chlortrifluorid in einer Gasflasche. Diese war bislang in einem zugangsbeschränkten Labor der ETH Zürich gelagert und soll nun von einer Spezialfirma fachgerecht entsorgt werden.

Für die Verladung und den anschliessenden Abtransport haben Fachleute umfangreiche Sicherheitsmassnahmen vorbereitet. Beteiligt sind ETH, die Kantonspolizei Zürich, das Forensischen Instituts Zürich, Schutz & Rettung Zürich sowie die Stadtpolizei Zürich.

Deshalb wird am Sonntag zwischen 10 und 16.30 Uhr ein begrenztes Gebiet rund um die ETH Zürich evakuiert. Betroffen ist der Bereich zwischen Leonhardstrasse, Tannenstrasse, Universitätsstrasse, Sonneggstrasse und Weinbergfussweg.

Gasflasche
In diesem Behälter soll die Gasflasche mit dem hochgefährlichen Chlortrifluorid transportiert werden. - Nau.ch

Zudem kommt es zu temporären Strassensperrungen, Umleitungen und Einschränkungen im öffentlichen Verkehr.

Die Behörden betonen, dass die Massnahmen rein vorsorglich erfolgen. Sie sollen einen kontrollierten und sicheren Ablauf der Arbeiten gewährleisten.

Brunch und Arbeit als Zeitvertreib

Die Anwohnenden gehen mit der temporären Verbannung aus ihren Wohnungen bislang locker um. Eine Frau sagte zum Nau.ch-Reporter vor Ort, dass sie nun halt an einen Brunch gehe.

Ein anderer Anwohner erzählt Nau.ch, dass er zum ersten Mal in seinem Leben evakuiert werde. Wie verbringt er die Zeit? «Ich gehe in mein Büro und arbeite halt mal am Sonntag», lacht der Mann.

Die evakuierten Anwohner erhalten einen Gratiseintritt für den Zoo Zürich. Sowie weiteren Gutschein über 50 Franken für ein beliebiges Restaurant in der Stadt.

Kommentare

User #3735 (nicht angemeldet)

Wo und wie man dieses Gas entsorgt steht nirgends. Vermutlich in das nächste Loch und dann zu damit.

edelweisz

Laut Angaben der ETH Zürich befand sich das Gas in speziell gefertigten Metallbehältern, in einem zugangsbeschränkten Labor der ETH und wurde für die Analyse von Gesteinsproben verwendet. Die ETH benötigt das Chlortrifluorid nicht mehr, da die Forschungsmethoden weiterentwickelt wurden. In der ETH Zürich lagern in zahlreichen Laboratorien und Werkstätten sehr viele Stoffe, die als hoch giftig, korrosiv, brandfördernd oder auf andere Weise richtig-gefährlich eingestuft sind.

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