Der Verband Hotelleriesuisse rechnet im kommenden Jahr noch nicht mit einer kompletten Erholung zum Vorkrisenniveau – dies sei erst 2023 realistisch.
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2022 soll es in der Hotelbranche noch nicht zur grossen Erholung kommen. Es herrsche noch zu viel Ungewissheit. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/AP/Richard Drew

Das Wichtigste in Kürze

  • Aufgrund der Corona-Pandemie verzeichnete die Hotellerie viel weniger Beherbergungen.
  • Langsam erholt sich die Situation, das Vorkrisenniveau ist aber noch nicht erreicht.
  • Dieses könnte die Schweizer Hotellerie frühestens 2023 erreichen.

Der Verband Hotelleriesuisse sieht eine Erholung auf die Beherbergungsbranche zukommen. Die Buchungen liegen aber weiterhin unter dem Vorkrisenniveau. Zudem herrscht noch immer viel Ungewissheit. Eine Erholung hält Hotelleriesuisse erst 2023 für realistisch.

Für die Monate Dezember 2021 bis Februar 2022 erwartet die Schweizer Hotellerie eine durchschnittliche Auslastung von 44 Prozent. Das geht aus der jüngsten Befragung von Hotelleriesuisse hervor. Im Vergleich mit dem Vorjahr ist das zwar eine Steigerung, die Auslastung liegt jedoch 7 Prozentpunkte unter dem Vorkrisenniveau.

Hotellerie
Die Schweizer Hotellerie hatte während dem Krisenjahr zu kämpfen. - Keystone

Gäste aus Fernländern bleiben weg

Dass die Auslastung wieder etwas höher sein dürfte als vergangenes Jahr, geht vor allem auf die Rückkehr der Nahmärkte zurück. Dass die Gäste aus fernen Ländern nach wie vor ausbleiben, relativiert hingegen diesen Trend, ebenso wie die unsichere Pandemielage.

In den Städten sind die Hotels in den Wintermonaten laut der Mitteilung sogar nur zu 38 Prozent ausgelastet. Dies entspricht gegenüber dem Vorkrisenjahr einem Minus von 12 Prozentpunkten. Einerseits warteten Gäste mit der Buchung zu, solange die Lage in Bezug auf die Pandemie wieder so unsicher sei. Andererseits reisten aber auch wieder mehr Schweizer für die Ferien ins Ausland, heisst es zur Begründung.

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Die Hotellerie rechnet frühstens 2023 mit einer vollständigen Erholung. - Keystone

Hotelleriesuisse hält eine nachhaltige Erholung insbesondere in den Städten erst im Jahr 2023 für realistisch. Seit die Umfrage Anfang Monat durchgeführt wurde, hat sich die Pandemielage zudem nochmals verschärft. Deshalb geht der Verband davon aus, dass die leicht positive Entwicklung in den Prognosen überschätzt wurde.

Entwicklung hängt von Warnungen ab

Ob sich die positiven Prognosen für die kommenden Monate realisieren liessen, hänge nun auch davon ab, ob in den Hauptmärkten wieder Reisewarnungen für die Schweiz ausgesprochen oder Einschränkungen im Inland eingeführt würden.

Zudem plädiert der Verband für Flexibilität bei den Covid-Krediten. Bisher hätten 60 Prozent der Hotels einen solchen Kredit bezogen. Gut ein Drittel habe wie geplant bereits in diesem Jahr mit der Rückzahlung begonnen. Viele Banken seien zudem der Empfehlung der Bankiervereinigung gefolgt, den Start der Rückzahlungen auf 2022 zu schieben.

Manche Betriebe bräuchten allerdings noch mehr Zeit, bis sie mit der Rückzahlung beginnen könnten. Deshalb fordert Hotelleriesuisse eine weitere Verlängerung der Amortisationen. «Als das Kreditprogramm 2020 lanciert wurde, war nicht klar, wie lange und tiefgreifend die Krise sein würde», so der Verband.

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