Hitze verschiebt Camping-Reisen in den Norden und in die Berge
Rund um Campingferien ist es in den letzten Jahren zu einer Verschiebung gekommen. Immer mehr Menschen reisen in den Norden oder in die Berge statt südwärts.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Destinationen für Campingferien in Europa haben sich wegen des Klimawandels verändert.
- Camper zieht es immer mehr nach Nordeuropa und in die Berge.
- Zudem gibt es mehr Buchungen in der Nebensaison.
Der Klimawandel hat das Reiseverhalten von Campern in Europa verändert: Statt in den Süden fahren immer mehr Reisende in den Norden oder in die Berge.
Ausserdem wurden vermehrt Buchungen in der Nebensaison registriert.
Die Buchungen für Nordeuropa im Juli und August 2026 nahmen gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent zu. Das zeigt die aktuelle Saisonanalyse des Campingportals Pincamp vom Dienstag.
Schweiz kann wegen Trend zu «Coolcation» profitieren
Im Hochsommer blieb Südeuropa mit 67 Prozent des Buchungsvolumens zwar die beliebteste Region. Laut Oliver Grützner, CEO von TCS Camping, verlagert sich die Nachfrage aber zunehmend in die Nebensaison.
Ausserdem blieben die Leute vermehrt im eigenen Land, liess er in einer Mitteilung verlauten. In der Analyse wird der Trend zur «Coolcation», dem Ausweichen in kühlere Ferienregionen, beschrieben.
Davon kann auch die Schweiz profitieren: «Viele Gäste suchen bei den hohen Temperaturen im Unterland die Kühle der Berge. Dies schlägt sich bei uns sofort auf die Nachfrage nieder», bestätigte Grützner.
15 Prozent mehr Campingbuchungen in Nordeuropa
Doch auch die Preise beeinflussen die Reiseplanung: Mit durchschnittlich 55 Franken pro Nacht für eine Familie in der Hochsaison zählt die Schweiz zu den teureren Campingdestinationen Europas. Die höchsten Preise verzeichneten Kroatien mit 67 Franken und Italien mit 57 Franken.
In der Analyse lagen die teuersten Destinationen mehrheitlich in Südeuropa. Günstiger seien Norwegen mit 34 Franken und Schweden mit 37 Franken.
Nordeuropa konnte gegenüber dem Vorjahr ein Buchungsplus von 15 Prozent verzeichnen. Mitteleuropa legte um sechs Prozent zu, während Südeuropa ein Minus von zwei Prozent auswies, bilanzierte das Campingportal.
In die Auswertung sind die Buchungsdaten aus Ländern in Nord-, Mittel- und Südeuropa eingeflossen. Die Ergebnisse daraus können als Plattformtrend verstanden werden und liessen sich nicht unmittelbar auf den europäischen Campingmarkt übertragen, so Pincamp.











