Stadt Zürich

    Häufigste Delikte Jugendlicher: Ladendiebstahl und Waffentragen

    Keystone-SDA
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    Zürich,

    Jugendliche in der Schweiz begehen am häufigsten Ladendiebstähle oder tragen Waffen bei sich. Vandalenakte landen an dritter Stelle.

    10,3 Prozent der befragten Schweizer Jugendlichen tragen eine Waffe auf sich. (Symbolbild)
    10,3 Prozent der befragten Schweizer Jugendlichen tragen eine Waffe auf sich. (Symbolbild) - sda - KEYSTONE/DOMINIC FAVRE

    Das Wichtigste in Kürze

    • Jugendliche in der Schweiz werden zunehmend krimineller, wie eine Untersuchung ergab.
    • Rund fünf Prozent der Personen sind für 76 Prozent der Delikte verantwortlich.
    • Überdies besteht ein Zusammenhang zwischen Migrationshintergrund und Kriminalität.

    Verglichen mit 2013 resultierte ein Anstieg. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie hervor. Die Untersuchung über Jugenddelinquenz und Opfererfahrungen ist die grösste weltweit. Sie fand im Rahmen der «International Self-Report Delinquency Study» in 49 Ländern statt.

    In der Schweiz führten sie die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften und die Hochschule für Soziale Arbeit Freiburg durch. Im Vergleich zur früheren Umfrage 2013 stiegen in der Schweiz die Jugenddelinquenz und die Opfererfahrungen. Im Gegensatz zu Erwachsenen sprechen Jugendliche über ihre Delikte, wie die Studienverfasser festhielten.

    Ladendiebstahl das häufigste Delikt

    Bei der Jugendgewalt nahmen 6,4 Prozent der teilnehmenden 14- und 15-Jährigen im Jahr vor der Befragung an einer Gruppen-Schlägerei teil. 2,6 Prozent griffen eine Person an und fügten dem Opfer ernsthafte Verletzungen zu. 1,3 Prozent gaben an, andere mit einer Waffe, Gewalt oder schweren Drohung beraubt zu haben.

    Bereitet Ihnen die Zunahme der Jugendkriminalität Sorgen?

    Mit 15 Prozent war der Ladendiebstahl das häufigste Delikt. 10,3 Prozent trugen Schusswaffen, Schlagstöcke, Messer oder andere Waffen auf sich. 9,4 Prozent begingen Vandalenakte. 5,5 Prozent der Befragten handelten mit Drogen oder halfen dabei.

    Jugendkriminalität
    Ladendiebstahl ist mit 15 Prozent das häufigste Delikt, welches Jugendliche begehen. (Symbolbild) - Keystone

    Schwerer Diebstahl war dagegen relativ selten. 1,5 Prozent gaben Einbrüche, 1,1 Prozent Fahrzeugdiebstähle zu. Online verübten 5 Prozent Hassverbrechen, 2,9 Prozent verschickten intime Bilder gegen den Willen der Betroffenen. Online-Betrug und Hacking gaben je 2,7 Prozent zu.

    Zusammenhang zwischen Migrationshintergrund und Kriminalität

    Insgesamt waren 5 Prozent der Befragten für 76 Prozent der berichteten Delikte verantwortlich. Diese Intensiv- oder Mehrfachtäter begingen 66 Straftaten pro Jahr. Sie müssten im Interesse der Prävention früh identifiziert und behandelt werden, empfahlen die Studienautorinnen und -autoren. Bezogen auf demografische Merkmale begingen Burschen markant mehr Straftaten als Mädchen, insbesondere Gewalt und Diebstahl.

    Jugendkriminalität
    Der technologische Fortschritt in der DNA-Spurennutzung ermöglicht neue Ermittlungsansätze auch bei alten ungeklärten Mord-Fällen. (Symbolbild) - keystone

    Bei allen Delikten ergab sich, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund häufiger straffällig werden. Bei den Delikten Fahrzeugdiebstahl, Schlägereien zwischen Gruppen und sexuelle Belästigung im Internet sind Jugendliche mit Migrationshintergrund am stärksten übervertreten.

    Unter Berücksichtigung der sozio-ökonomischen Situation und Faktoren wie Gewalt im Elternhaus oder dem Wohnen in Problemquartieren schwand indessen der Unterschied.

    In der Westschweiz verübten Jugendliche häufiger Ladendiebstähle. Ausserdem prügelten sie sich in Gruppen oder betrieben Computerhacking. Auch das Tragen von Waffen oder das Sprayen von Graffiti ist hier häufiger als in der Deutschschweiz und im Tessin. In der Deutschschweiz gab es dagegen mehr Drogenhandel und Online-Hassverbrechen.

    Jugendliche am häufigsten Opfer von Diebstählen

    Opfer von Verbrechen wurden Jugendliche mit 25,4 Prozent der Antworten am häufigsten durch Diebstahl. Opfer von Elterngewalt wurden 16,2 Prozent.

    Sie wurden geschlagen, geohrfeigt oder gestossen. Schlägen mit Gegenständen, Fausthieben, Fusstritten oder gar Zusammenschlagen waren 5 Prozent ausgesetzt. Elterngewalt wiederum ist ein Risikofaktor für Jugendkriminalität.

    3,7 Prozent berichteten von Raub oder körperlichen Angriffen. 3,2 Prozent bezeichneten sich als Opfer von Hassverbrechen wie Drohungen oder Gewalt. Drohungen in sozialen Netzwerken erhielten 13,8 Prozent. Im geringeren Mass von 5,1 Prozent waren sie im Netz sexueller Belästigung ausgesetzt.

    Burschen häufiger Opfer von Gewalt

    Burschen werden öfter Opfer von Gewaltdelikten. Mädchen sind dagegen besonders häufig mit Hassverbrechen im Internet, häuslicher Gewalt und sexueller Belästigung konfrontiert. Jugendliche mit Migrationshintergrund wurden häufiger Opfer von allen Straftaten ausser Raub. Generell ist das Risiko, Opfer zu werden, in der Westschweiz höher.

    Jugendkriminalität Schweiz
    Rund fünf Prozent der Beragten verübten Hassverbrechen im Netz, 2,7 Prozent gaben an, Online-Betrug oder Hacking zu begehen. Mädchen sind besonders oft Opfer von Hassverbrechen im Internet. (Symbolbild) - Keystone

    In der Schweiz füllten 11'019 zufällig ausgewählte Jugendliche den Online-Fragebogen anonym während einer Unterrichtstunde unter Aufsicht einer Lehrperson aus. Die Mehrheit von ihnen war zwischen 14 oder 15 Jahre alt. Befragt wurden sie von Mai bis Juli 2021 in 24 Kantonen.

    Die aktuelle Untersuchung ist die vierte Welle der «International Self-Report Delinquency Study» nach 1992/1993, 2005/2007 und 2013. An den früheren Wellen nahmen weniger Länder teil.

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    Kommentare

    User #3001 (nicht angemeldet)

    Das wollen doch die Roten und Grünen! Also geht wählen, damit sich endlich etwas ändert!!!!

    Wuschu

    Willkommen in der Schweiz für kommende Fachkräfte.

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