Haslital: Finanzielle Sorgen trotz Gästeboom – Tages-Touris schuld
Im vergangenen Jahr verzeichnete Haslital Tourismus ein Rekordhoch an Logiernächten. Trotzdem schreibt der Verein rote Zahlen. Nun will man umdenken.

Das Wichtigste in Kürze
- Trotz Rekordhoch an Logiernächsten steht Haslital Tourismus vor einem Umdenken.
- Steigende Kosten führen zunehmend zu finanziellen Engpässen.
- Die zahlreichen Tages-Touristen erfordern eine neue Strategie.
Gelmerbahn, Grosse Scheidegg oder Aareschlucht Rosenlaui – das Haslital hat eine Menge zu bieten. Und das zieht jährlich zahlreiche Menschen in die Region.
Der Tourismus vor Ort boomt. Letztes Jahr konnten erstmals über 600'000 Übernachtungen verzeichnet werden, wie «SRF» berichtet.

Mehr Logiernächte bedeuten automatisch mehr Geld. Der Betrag, welcher durch die Kurtaxe eingenommen wird, konnte letztes Jahr um fast vier Prozent gesteigert werden. Er beläuft sich auf knapp 1,5 Millionen Franken.
«Zunehmend finanzielle Engpässe»
Es läuft, könnte man meinen. Aber Achtung: Die steigenden Übernachtungszahlen sind nur die eine Seite der Medaille.
Beim Verein Haslital Tourismus sind die Ausgaben im Vergleich zu den Einnahmen nämlich mehr gestiegen.

Präsidentin Marianne Schüpbach sagt gegenüber «SRF»: «Mit gleichbleibenden Kurtaxe-Einnahmen pro Logiernacht und steigenden Kosten haben wir zunehmend finanzielle Engpässe.»
In Zahlen heisst das ein Verlust von 5000 Franken im letzten Jahr. Die steigenden Kosten begründet Schüpbach etwa mit der Inkludierung des Öffentlichen Verkehrs in die Gästekarte sowie höheren Aufwänden für Personal.

Ein Problem für die Region sind die vielen Tages-Touristen. Jene Gäste also, welche irgendwo anders übernachten und dann nur für die schöne Aussicht ins Haslital reisen.
Schüpbach: «Sie nutzen unsere Strassen und Infrastruktur und lassen ihren Abfall zurück. Und im schlechtesten Fall konsumieren sie nicht einmal etwas.»
Verursacherprinzip geplant
Haupteinnahmequelle für die Region ist und bleibt die Kurtaxe. Diese entfällt jedoch für Gäste, die nur einen Tag oder ein paar Stunden ins Haslital reisen.
Dieser Umstand sorgt bei Haslital Tourismus für ein Umdenken. In Zukunft könnten auch für Tages-Touristen Kosten entstehen.

Präsidentin Schüpbach erklärt: «Der Tagesgast bezahlt aktuell noch nichts für das, was er nutzt. Darum haben wir das Ziel, ein Verursacherprinzip anzustreben.»
Die konkrete Umsetzung und wie genau dieses Prinzip aussehen könnte, ist noch unklar. Ab Sommer soll gemeinsam mit den Gemeinden eine neue Strategie erarbeitet werden.








