Grösste Helifirma der Schweiz führte 5000 illegale Flüge durch
Im Berner Oberland führte Swiss Helicopter im vergangenen Jahr 8000 Flüge durch. Erlaubt wären nur 3000 gewesen. Nun läuft ein Strafverfahren.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Firma Swiss Helicopter nutzt den Heliport Gsteigwiler in der Nähe von Interlaken.
- Nun kommt aus: Statt den 3000 erlaubten Flügen fanden letztes Jahr 8000 Flüge statt.
- Die Anwohnenden sind hässig, ein Strafverfahren wurde eingeleitet.
Im Berner Oberland gehören sie zum Bild des Horizonts beinahe schon dazu: Helikopter.
Ob für den Transport von verletzten Alpinisten oder Wintersportlerinnen oder für eine rasche Materialversorgung für eine Baustelle: Die Helis sind oft das Mittel der Wahl.
Und: Auch bei Touristinnen und Touristen sowie für den Freizeitspass sind sie sehr beliebt. So etwa für Rundflüge – aber auch für Fallschirmsprünge.
00:00 / 00:00
Das sorgt jedoch für Lärm. Auch am Heliport in Gsteigwiler BE nahe Interlaken, wo das Luftfahrtunternehmen Swiss Helicopter seinen Sitz hat.
8000 statt der 3000 erlaubten Flüge
Um die Anwohnenden zu schützen, ist die Anzahl Flugbewegungen pro Jahr streng reglementiert. Jährlich 3000 Mal darf es zu solchen Flugbewegungen kommen.
Nur: Daran hat sich die grösste Helikopterfirma der Schweiz nicht gehalten, wie die «Tamedia»-Zeitungen vermelden. Denn es soll im letzten Jahr etwa 8000 Flüge gegeben haben.
Stattdessen soll der Flugplatzleiter dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) über einen längeren Zeitraum zu tiefe Zahlen gemeldet haben. Das habe eine interne Untersuchung gezeigt, teilt Swiss Helicopter gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit.
Den Stein ins Rollen gebracht hatten lärmgeplagte Anwohnende. Ihre bestehende Interessengemeinschaft (IG) monierte den Lärm – und die rund 5000 Flugbewegungen, die nicht erlaubt gewesen wären.
Unternehmen will höheres Flugkontingent
Nun läuft gegen den Flugplatzleiter – einen Angestellten von Swiss Helicopter – ein Verwaltungsstrafverfahren. Die oberste operative Führung und der Verwaltungsrat will derweil von den falschen Angaben nichts gewusst haben.
Das Unternehmen räumt eine deutliche Überschreitung der Flugbewegungen ein und entschuldigt sich in einer Mitteilung. Doch: Zeitgleich fordert Swiss Helicopter ein höheres Flugkontingent.

Denn: Der Heliport Gsteigwiler lasse sich «unter den aktuell geltenden Einschränkungen» wirtschaftlich nicht nachhaltig betreiben. Der Weiterbetrieb sei kurz- bis mittelfristig gefährdet.
So umgeht das Unternehmen die gesetzlichen Bestimmungen seit April mit Flügen abseits des offiziellen Landeplatzes. Das sei «luftfahrtrechtlich zulässig und für kommerzielle Helikopterbetreiber unverzichtbar», so das Unternehmen weiter.
Man versuche aber, diese Aussenlandeplätze – etwa Wiesen nahe des Heliports – nur zu nutzen, wenn es «betrieblich notwendig» sei.








