Die Graubündner Kantonalbank bestätigt einen 60-Millionen-Franken-Kredit. Das Geld ging an die Signa-Gruppe von René Benko.
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Die Graubündner Kantonalbank (GKB). - Keystone
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Der Präsident der Graubündner Kantonalbank (GKB), Peter Fanconi, hat am Freitag die Gerüchte um einen 60-Millionen-Franken-Kredit bestätigt. Das Geld ging an die Signa-Gruppe des gestrauchelten Immobilienmoguls René Benko.

Der Kredit sei erstklassig besichert, sagte Fanconi der Bündner Tageszeitung «Südostschweiz». Als Sicherheit fungiere das Globus-Gebäude in Zürich. Aus Sicht der Bank mache eine solche Vergabe absolut Sinn.

Dennoch machte der Bündner Finanzdirektor Martin Bühler (FDP) am Donnerstag publik, dass eine externe Untersuchung bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young zu dieser Kreditvergabe eingeleitet wurde. Die Ergebnisse werden in den nächsten Wochen erwartet.

E-Mail-Affäre und Diffamierungskampagne

Die «Sonntagszeitung» hatte am Wochenende aus E-Mails zitiert, die Konversationen zwischen Fanconi und Benko zeigen sollen. Aus diesen soll hervorgehen, dass Fanconi möglicherweise Vorteile erhielt, weil er Benko indirekt zu Krediten bei anderen Kantonalbanken verholfen haben soll. Fanconi soll dabei als «Türöffner» fungiert haben.

Sein Sprecher betonte jedoch, dass Fanconi nie irgendwelche Vorteile erhalten habe. In der Untersuchung gehe es zudem nicht primär um Fanconi, sondern um den allgemeinen Prozess der Kreditvergaben.

In dem Interview sprach Fanconi ausserdem von einer Diffamierungskampagne gegen die Bündner Bank. Vermutlich sei es bei dieser «Diffamierungskampagne» darum gegangen, von sich selbst abzulenken. «Man wollte mir schaden, und wenn man die Medienberichte der vergangenen Tage anschaut, ist dies auch gelungen», so Fanconi.

Andere Kantonalbanken gewährten ebenfalls Kredite

Er habe sich nichts zuschulden kommen lassen. Zu Benko habe er lediglich einen kollegialen, allerdings losen Geschäftskontakt gepflegt. Fanconi vermutet hinter den herausgegebenen E-Mails Hacker oder auch Benko und dessen Umfeld.

Neben der Bank Julius Bär gewährten auch mehrere Kantonalbanken dem gestrauchelten Immobilienmogul Benko Millionenkredite, darunter die Zürcher und die Aargauer Kantonalbank. Letztere gewährte Kredite über 73 Millionen Franken.

Die Aargauer Regierung äusserte sich Anfang Monat dazu und bezeichnete die Geschäfte im Vergleich als «risikoarm». Bei den Krediten handle es sich um Objektfinanzierungen, welche mit langfristigen Mietverträgen versehen seien.

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