Die Unwetter und Hochwasser der letzten Woche haben den Kanton Bern schwer getroffen. Schutzmassnahmen verringerten die Schäden.
Hochwasser
Die Aare führt Hochwasser im Mattequartier am Freitag, 16. Juli 2021 in Bern. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Gebäudeversicherung Bern rechnet mit Unwetter-Schäden von 110 Millionen Franken.
  • Die Hochwasserschäden der letzten sechs Wochen sind mit 65 Mio. tiefer als befürchtet.
  • Blitze, Hagel, Stürme und Erdrutsche verursachten Schäden von 35 Millionen Franken.

Die Gewitter und das Hochwasser der vergangenen sechs Wochen dürften an Liegenschaften im Kanton Bern Schäden von 110 Millionen Franken verursacht haben. Das schätzt die Gebäudeversicherung Bern (GVB). Die Hochwasserschäden sind tiefer als befürchtet.

Wie die GVB heute Mittwoch mitteilte, haben sich Schutzmassnahmen von Privatpersonen und der öffentlichen Hand der vergangenen Jahre positiv ausgewirkt.

Thunersee
Die Feuerwehr füllt Wassersperren wegen dem drohenden Hochwasser der Aare im Mattequartier. - sda/Peter Klaunzer

Hochwasserschäden in Höhe von rund 35 Millionen Franken seien verhindert worden, wird Stefan Dürig, Geschäftsleitungsvorsitzender der GVB, in der Mitteilung zitiert.

Wasserbaumassnahmen helfen

Gemeint ist etwa, dass Besitzerinnen und Besitzer von Gebäuden in Wassernähe seit den Hochwassern von 2005 und 2007 ihre technische Infrastruktur im Erdgeschoss statt im Keller installierten. Auch wurden Pumpen oder Rückstauklappen eingebaut. Geholfen haben laut GVB auch Wasserbaumassnahmen von Kanton Bern und Gemeinden.

Hochwasser Entlastungsstollen Thun
Sicht auf den Hochwasserentlastungsstollen beim «Schwäbis» in Thun. (Archivbild) - Keystone

Die GVB erwähnt namentlich die beiden im Jahr 2011 in Betrieb genommenen Hochwasserentlastungsstollen von Lyss und Thun. Auch ein «ausgeklügeltes Regulierungssystem» der Gewässer, so die GVB, trage zur besseren Bewältigung von Hochwassern bei.

Hochwasserschäden von 65 Millionen

Letztlich gingen auf Blitze, Hagel, Stürme und Erdrutsche der letzten sechs Wochen Schäden von etwa 45 Millionen Franken zurück, auf Hochwasser 65 Millionen. Die GVB wird mit 75 Millionen Franken belastet, ihre private Tochterfirma mit 35 Millionen.

Bisher gingen bei der GVB und ihrer Tochter über 17'000 Schadenmeldungen ein. Die beiden Unternehmen gehen davon aus, dass die Ereignisse der letzten sechs Wochen zu letztlich insgesamt 20'000 Schadenmeldungen führen.

Die Berner Feuerwehren erhielten in den letzten 30 Tagen über 3500 Alarme. Das entspricht in normalen Jahren etwa der Zahl eines halben Jahrs.

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