Freiburger Beizer finden zweiten Lockdown einen «Fehlentscheid»

    Nick Mäder
    Nick Mäder

    Bern,

    Weil in der Romandie die Gastrobetriebe geschlossen sind, weichen viele Gäste in die Deutschschweiz aus. Für die betroffenen Beizer ein grosses Ärgernis.

    Gastronomie Corona-Massnahmen
    Corona-Massnahmen: Gemäss den neusten Plänen des Bundesrats bleiben die Tische in der Gastronomie nach 19 Uhr leer. (Symbolbild). - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • In der Westschweiz sind Bars und Restaurants wegen des Teil-Lockdowns geschlossen.
    • Viele Romands weichen für einen Restaurantbesuch deshalb in die Deutschschweiz aus.
    • Für die betroffenen Beizer sind die Umsatzeinbussen ein grosses Ärgernis.

    Seit Anfangs November sind alle Gastrobetriebe in der Welschschweiz geschlossen. Wann sie wieder öffnen dürfen, ist derzeit noch unklar und wird von den betroffenen Kantonen autonom entschieden.

    Währenddessen dürfen Restaurants in grossen Teilen der Deutschschweiz unter Einhaltung von strengen Schutzkonzepten weiterhin wirtschaften. «Das ist wirklich unfair», findet Hans Jungo, der im Kanton Freiburg das Restaurant «Schwarzseestärn» betreibt.

    Gastro-Tourismus ein grosses Ärgernis

    Wegen der Zwangsschliessung Anfang Monat wandern dem Freiburger Beizer die Gäste ins benachbarte Bern ab. «Das ärgert mich schon, obwohl ich es den Bernern gönnen mag», sagt Jungo zu Nau.ch.

    Restaurant Schwarzeestärn
    Das Restaurant Schwarzseestärn in Schwarzsee (FR) bleibt mindestens bis Ende November geschlossen. - zvg

    Ein paar Kilometer östlich seines Betriebs seien die Tische fast jeden Tag komplett ausgebucht, was die Situation noch schmerzhafter mache. «Es sollte für alle gleich sein. Entweder man schliesst schweizweit alle Gastrobetriebe oder gar keine», so der langjährige Geschäftsführer vom Schwarzeestärn.

    Können Sie die Freiburger Beizer verstehen?

    Ähnlich sieht es Marco Stöckli, der zusammen mit seiner Frau das Restaurant «Drei Eidgenossen» in Bösingen FR betreibt. «Durch den Kantönligeist verlagern sich die Restaurantbesucher in die Deutschschweiz. Das kann doch nicht der Sinn des Lockdowns sein», meint Stöckli.

    Zweiter Lockdown ein «Fehlentscheid»

    Dass es überhaupt zu einem erneuten Gastro-Lockdown gekommen ist, hätten beide Wirte nicht gedacht. Jungo: «Wir haben unsere Aufgaben gemacht und die Schutzkonzepte umgesetzt. Trotzdem schliesst man die Restaurants und wir werden damit regelrecht demontiert.»

    Bundesrat Coronavirus
    Innenbereiche der Restaurants bleiben noch lange geschlossen (Symbolbild). - Keystone

    Auch für Stöckli ist klar: «Um das Virus möglichst schnell in den Griff zu kriegen, bringen kantonale Lösungen nichts. Es müssen gesamtschweizerische Lösungen auf den Tisch», so der Freiburger Wirt.

    Dass die strengen Schutzmassnahmen in den Restaurants greifen würden, sei in den ehemaligen Corona-Hotspots Bern und Zürich deutlich zu erkennen. «Trotz geöffneten Gastrobetrieben sind die Fallzahlen in beiden Kantonen mittlerweile sinkend», so Jungo.

    Gasthof Drei Eidgenossen
    Auch der Gasthof «Drei Eidgenossen» in Bösingen (FR) bleibt wegen des kantonalen Lockdowns bis mindestens Ende November geschlossen. - zvg

    Ohnehin würde es in der Gastronomie nur zu sehr wenigen Ansteckungen kommen, was die zweite Zwangsschliessung noch unverständlicher mache, findet er. «Der zweite Lockdown ist eindeutig ein Fehlentscheid und hätte umgangen werden können», betont Stöckli.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Tramdepot
    384 Interaktionen
    Wegen Teil-Lockdown
    Lockdown Freiburg
    456 Interaktionen
    Lockdown in Freiburg
    Stadt Freiburg
    185 Interaktionen
    Bis 30. November

    MEHR AUS STADT BERN

    Ferienmesse
    2 Interaktionen
    Tourismus
    Mathias Zopfi Reto Nause
    55 Interaktionen
    «Politmarketing»
    SC Bern
    2 Interaktionen
    Verletzt