Appenzellerland

Folkloristisches Kräftemessen im Appenzeller Berghaus Bollenwees

Keystone-SDA
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Appenzell,

Beim traditionellen «Bollenwees-Stobete» in Appenzell Innerrhoden messen sich Einheimische und Gäste im Steinstossen.

UNSPUNNEN
Urs Hutmacher (1. Platz) in Aktion beim Steinstossen, beim Unspunnen-Schwinget 2023, am Sonntag, 27. August 2023 auf der Hoehenmatte, in Interlaken. (Archivbild) (KEYSTONE/Anthony Anex) - keystone

Beim Berggasthaus Bollenwees bei Brülisau, Appenzell Innerrhoden, haben sich am Montag an der traditionellen «Bollenwees-Stobete» Einheimische und Gäste im Steinstossen gemessen. Auch der Sieger des Unspunnenfests nahm teil. Ein Höhepunkt des zweitägigen Anlasses auf 1471 Metern über Meer war am Montag ein Steinwerf-Wettkampf für jedermann.

Beim «Bollewöffe» massen sich Frauen und Männer nach alter Sennentradition darin, einen 20 Kilogramm schweren Stein aus dem unmittelbar angrenzenden Fählensee möglichst weit durch die Luft zu schleudern. Bezüglich Wurftechnik gab es keine Einschränkungen.

Die «Bollenwees-Stobete» findet jeweils Ende Juli statt. Im Zentrum steht Folklore mit Jodel, Streichmusik, Trachten und Tanz. Dabei lässt sich gemäss Veranstalter die Appenzeller Tradition «ungeschminkt und aus nächster Nähe» erleben.

Vom Kulturgut zum sportlichen Ereignis

«Alpstobete» entwickelten sich im Appenzellerland längst zum Kulturgut und gründeten in gegenseitigen Besuchen der Sennen während des Alpsommers in ihren Stuben. Der sportliche Teil wie Steinstossen oder Schwingen geriet an diesen Festen mit der Zeit in Vergessenheit, erfuhr jedoch in den vergangenen Jahren erste Neuauflagen.

Ins rund 70 Personen grosse Teilnehmerfeld der Steinstösser reihte sich am Montag unter anderem Urs Hutmacher ein. Er stiess am letztjährigen Unspunnenfest bei Interlaken den 83,5 Kilogramm schweren Brocken auf die Rekordmarke von 3,98 Metern.

Sieger des Tages

Den mit 20 Kilogramm vergleichsweise leichten Stein auf der Bollenwees beförderte der Zürcher Oberländer auf mehr als sieben Metern. Damit war ihm am Montagabend vor dem Finaldurchgang der dritte Sieg in Folge auf der Appenzeller Alp so gut wie gewiss.

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