Finanzprobleme zwingen «Das Zelt» zum Tourneestopp
Das mobile Kulturtheater «Das Zelt» hat seine laufende Tournee aus wirtschaftlichen Gründen per sofort gestoppt. Von der Massnahme sind 70 Mitarbeitende und 73 Kunstschaffende betroffen. Der Betrieb soll im Herbst wieder aufgenommen werden.

Über den sofortigen Stopp der Tournee berichtete zunächst der «SonntagsBlick». Die über 70 Angestellten des Unternehmens sind ab Juni auf Kurzarbeit gesetzt. Der Direktor Adrian Steiner plant, den Betrieb im September wieder aufzunehmen, wie er der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage am Montag bestätigte.
Die finanziellen Schwierigkeiten des Unternehmens entwickelten sich demnach über längere Zeit. Ein Auslöser war die Corona-Pandemie, während der «Das Zelt» laut Steiner 580 Tage lang einen hundertprozentigen Ausfall erlitt, vom Bund aber nur zu 80 Prozent entschädigt wurde.
Nach der Pandemie investierte das Unternehmen im Spätsommer 2022 in ein neues, grosses Zelt namens «The Dome» für bis zu 5000 Personen. Diese Investition, die Energiekrise, ein verändertes Ausgehverhalten des Publikums sowie Kosten für ein neues Magazin verschärften die finanzielle Lage.
Gemäss dem von Steiner skizzierten Rettungsplan soll das Grosszelt «The Dome» verkauft oder an einem festen Standort betrieben werden. Er sehe eine Möglichkeit im Raum Zürich, sagte er zu Keystone-SDA. Künftig wolle man wieder mit einem kleineren, wirtschaftlicheren Zelt auf Tournee gehen.
Erste Medienberichte über finanzielle Engpässe gab es bereits im Februar. Das Branchenportal «Klein Report» schrieb über ausstehende Honorare und Betreibungen.
Aktuell würden Verhandlungen mit neuen Sponsoren über einen Betrag im siebenstelligen Bereich laufen. «Ich bin überzeugt, dass wir mit einer verschlankten Materialstruktur und neuen Partnern ab September wieder auf Tournee gehen können», lässt sich Steiner zitieren.






