Finanzen und Personal: Darum sorgen sich Gemeinden und Städte
Gemäss einer Umfrage sind Finanzen, Personal und Raumplanung die grössten Herausforderungen für Gemeinden. Auch die Digitalisierung bereitet Sorgen.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Finanzen sind die grösste Herausforderung für Schweizer Gemeinden und Städte.
- Dahinter folgen die Raumplanung und die Personalentwicklung.
- Auch Digitalisierung und Bevölkerungswachstum werden als Herausforderungen genannt.
Schweizer Gemeinden und Städte kämpfen vor allem mit drei Dingen: den Finanzen, der Raumplanung und dem Personal. Das zeigt eine am Freitag veröffentlichte Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW).
Ein stabiler Finanzhaushalt stellt für Schweizer Gemeinden und Städte dabei die bedeutendste strategische Herausforderung dar, wie die ZHAW-Studie zeigt. Das Thema wurde in der Befragung 94 Mal genannt. An zweiter und dritter Stelle folgten die Raumplanung mit 74 Nennungen sowie die Personal- und Organisationsentwicklung mit 70 Nennungen.

Häufig als Herausforderungen genannt wurden zudem die Digitalisierung, das Bevölkerungswachstum sowie die Schulraumplanung mit jeweils 32 Nennungen.
Die strategische Planung wird von einer grossen Mehrheit der Gemeinden und Städte als wertvoll erachtet. So gaben 81 Prozent der Befragten an, dass der Nutzen die Kosten und den Aufwand überwiege.
Die strategische und die finanzielle Steuerung sind dabei eng verknüpft: 85 Prozent der Gemeinden gaben an, dass ihr Budget die strategischen Ziele widerspiegele. Zudem richteten 78 Prozent der befragten Gemeinden und Städte neue Ausgaben gezielt auf die Erreichung dieser Ziele aus.
Flexibilität im gesamten Prozess sei ein wichtiger Aspekt. «84 Prozent geben an, dass sie darauf achten, in der strategischen Planung flexibel zu bleiben, um auf neue Entwicklungen reagieren zu können», wird Studienleiterin Mirjam Schwarz zitiert.
Umsetzung meist ohne Bevölkerung
Die Strategieprozesse werden laut der Studie primär von der Exekutive und der Verwaltungsführung getragen. Deutlich seltener würden Mitarbeitende ohne Führungsfunktion, die Legislative oder die Bevölkerung einbezogen.
Für die Umsetzung der Strategie machten 48 Prozent der Gemeinden die Verwaltungsleitung verantwortlich. Leistungskennzahlen zur Nachverfolgung der Ziele nutzten 29 Prozent. Bei 36 Prozent der befragten Gemeinden und Städte ist die Beurteilung von Führungspersonen denn auch an die Erreichung der strategischen Ziele gekoppelt.
An der Online-Umfrage der ZHAW nahmen schweizweit und in allen Sprachregionen 84 Gemeinden teil. Die Ergebnisse böten eine schweizweite Bestandsaufnahme, teilte die ZHAW mit. In der Schweiz gab es laut dem Schweizerischen Gemeindeverband zu Jahresbeginn 2110 Gemeinden.







