FC Winterthur: Marchesano träumt schon vom Cupfinal
Mit dem FCZ wurde Antonio Marchesano Meister, jetzt spielt er wieder für Winterthur. Vor dem Cupspiel gegen Luzern gibt sich der 35-Jährige kämpferisch.

Das Wichtigste in Kürze
- Der FC Winterthur empfängt am Samstag im Cup den FC Luzern.
- Antonio Marchesano hält ein Weiterkommen für möglich und nennt den Cupfinal als Fernziel.
- Seine Wadenverletzung aus dem Saisonstart scheint auskuriert.
Als die «WIZE» am letzten Donnerstag Antonio Marchesano auf der Schützenwiese traf, hatte der 35-Jährige sich noch über seinen ersten Treffer aus dem Spiel heraus beim 7:3-Testspielsieg gegen den FC Basel gefreut, aber gleichzeitig vor dem «gefährlichen» Spiel tags darauf bei Neuenburg Xamax gewarnt.
Der FCW ging prompt 0:3 unter, auch Marchesano konnte wie seine Kollegen die in den Partien zuvor gezeigte Steigerung nicht bestätigen.
Er wusste aber ohnehin, «dass ich noch mehr bringen muss und noch mehr bringen kann.»
Exploit gegen den FC Luzern?
Für den prominenten FCW-Neuzugang kam die kürzliche Nationalmannschaftspause genau zum richtigen Zeitpunkt, denn: «Ich habe mich anfangs Saison noch mit einer Wadenverletzung herumgeschlagen, die ich bis vor dem Meisterschaftsunterbruch noch leicht gespürt habe. Diese scheint jetzt auskuriert, sodass ich insbesondere am Samstag, 17. Oktober, im Cup-Heimspiel gegen Luzern hoffe, noch mehr Entscheidendes bringen zu können.»

Für Marchesano ist klar, dass gegen die Innerschweizer ein Exploit möglich ist: «Wir sind grundsätzlich gut drauf, ein Weiterkommen ist möglich, der Cupfinal muss unser Fernziel sein – man soll immer von Grossem träumen und daraufhin arbeiten.»
Wiederaufstieg kann er
Und wie sieht er, der 2016/17 zum FCZ stiess, als dieser zwischenzeitlich in die Challenge League abgestiegen war, um danach gleich wieder aufzusteigen, die entsprechenden Chancen für den FCW?
«Die Jungen wollen und für die Älteren wie mich wäre es natürlich toll, nochmals in die höchste Liga der Schweiz aufzusteigen. Der bisherige Saisonverlauf macht mich im Grossen und Ganzen zuversichtlich, es bleibt aber noch viel zu tun.»
Dank Rahmen zum Torgarant
Einiges getan habe sich beim FCW aber bereits seit er 2013 bis 2015 zwei Saisons für den Schütziclub gekickt hatte, meint der sympathische Tessiner: «Die Garderobe ist zwar immer noch die gleiche (lacht), aber der FCW ist heute klar professioneller und leistungsorientierter aufgestellt. Die vier Jahre Super League haben dem Verein gut getan. Da hat sich seit meiner ersten Spielzeit einiges getan.»

Auch Marchesano, 2015 beim Abgang zum FC Biel doch schon 24-jährig, hat sich seither stark weiterentwickelt. Bei Biel war kein Geringerer als Patrick Rahmen sein Trainer und Letzterer machte aus dem 168 Zentimeter grossen Wirbelwind einen torgefährlichen Offensivspieler.
Vier Tore hatte Marchesano in zwei Saisons beim FCW erzielt, 25 waren es in einer Spielzeit beim FC Biel. «Rahmen hatte mich gezielt dort eingesetzt, wo ich am meisten brachte, ich dankte es ihm mit Toren. Jene Saison war sicher das entscheidende Sprungbrett meiner Karriere, zumal mich danach der FC Zürich engagierte.»
Mit 26 Jahren spielte Marchesano beim FCZ erstmals Super League und wurde mit diesem 2021/2022 Schweizer Meister.
«Ich würde heute nochmals fast alles gleich machen. Ein bisschen wurmt es mich heute aber schon, dass ich relativ spät in der obersten Schweizer Liga reüssierte und da auch vom Alter her für ausländische Topvereine nicht mehr interessant war. So blieb auch der Bubentraum, einmal für Italien aufzulaufen, eben ein Traum.»
Bereit, Grosses zu erreichen
Könnte es ihm – so gesehen – heute gar entgegenkommen, dass er relativ spät zum Spitzenfussball kam und vielleicht gerade deshalb noch so viel Power auf den Platz bringen kann?
Antonio Marchesano lacht: «Ich habe in jedem Verein, in dem ich gewesen bin stets alles gegeben, sofern ich gesund war. Aber ja, der Hunger, nun auch mit dem FC Winterthur Grosses zu erreichen, ist nach wie vor sehr gross.» Mit einem Sieg gegen den FC Luzern kann der FCW zumindest im Cup einen ersten Schritt in die Richtung tun.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in der «Winterthurer Zeitung» erschienen.












