Obergericht muss über Therapie von Brian K. entscheiden

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    Zürich,

    In Zürich steht heute Mittwoch einmal mehr der junge Straftäter Brian K. alias «Carlos» vor Gericht.

    brian
    Der berühmteste Häftling der Schweiz kommt unerwartet bereits am Freitag frei. - SRF

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Schweizer Justiz muss sich am heutigen Mittwoch wieder mit Brian K. befassen.
    • Der Straftäter will vor dem Obergericht erwirken, dass er keine Therapie machen muss.

    Brian K. alias «Carlos» will vor Obergericht erreichen, dass er keine Therapie machen muss. Auslöser für den Prozess sind Angriffe auf Polizisten, Mithäftlinge und Gefängnispersonal.

    Im November 2019 hatte ihn das Bezirksgericht Dielsdorf zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 9 Monaten und einer Geldstrafe verurteilt. Brian hatte im Gefängnis Pöschwies randaliert und dabei Polizisten, Mithäftlinge und Aufsichtspersonal verletzt.

    gewalt brian carlos
    Brian alias «Carlos» steht heute Mittwoch wieder einmal vor Gericht. - Keystone

    Statt diese Jahre normal im Gefängnis abzusitzen, verknurrte ihn das Gericht aber zu einer Therapie hinter Gittern. «Carlos», der eigentlich Brian heisst und mittlerweile auch so genannt werden möchte, wurde zu einer stationären, therapeutischen Massnahme nach Artikel 59 verurteilt, auch «kleine Verwahrung» genannt.

    Dabei wird alle fünf Jahre überprüft, ob die Therapie anschlägt oder ob weitere fünf Jahre notwendig sind.

    Anwalt: «Therapie ist nicht zielführend»

    Brian und sein Anwalt wollten das Urteil nicht akzeptieren, weshalb der Fall nun vor Obergericht kommt. Im Prozess hatte der Anwalt lediglich eine «angemessene» Freiheitsstrafe gefordert, die der junge Kampfsportler ohnehin längst abgesessen hätte.

    Eine Therapie sei bei seinem Mandanten aber nicht zielführend, so der Anwalt. In den vergangenen Jahren hatte sich Brian immer geweigert, eine Therapie zu absolvieren. Gutachter sind jedoch der Ansicht, dass es eine «kleine Wahrscheinlichkeit» gibt, dass eine Therapie trotzdem anschlagen könnte.

    Brian Carlos Zürich
    Brian K. wurde zu einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren und 4 Monaten verurteilt. - Keystone

    Neben dem Berufungsprozess wird sich Brian auch noch einem neuen Strafverfahren stellen müssen: Noch während der aktuelle Gerichtsfall in Arbeit war, randalierte er hinter Gitter nämlich weiter. Der Staatsanwalt eröffnete bereits ein neues Verfahren.

    «Carlos» tritt inzwischen auch als Kläger auf

    Wegen seiner Odyssee durch Psychiatrien und Gefängnisse tritt Brian inzwischen aber auch als Kläger auf: Er brachte die drei Psychiater vor Gericht, die ihn als Teenager 13 Tage lang auf ein Bett gebunden hatten und verklagte den Kanton Zürich wegen unmenschlicher Haftbedingungen im Gefängnis Pfäffikon.

    Brian Carlos
    Diese Aufnahme von Brian alias «Carlos» stammt aus dem Jahr 2019. - Keystone

    Beide Fälle verliefen bisher nicht in seinem Sinne. Die drei Psychiater wurden freigesprochen und der Kanton wurde zwar gerügt, allerdings nicht zur Zahlung von 40'000 Franken verpflichtet. Der 25-Jährige, der seit seiner Kindheit negativ auffiel, sitzt aktuell in der Strafanstalt Pöschwies in Sicherheitshaft.

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