Empörung! Bäckerei-Gäste drücken Zigis in Schoggi-Schnitte aus
Eklig: Angestellte der Jaisli-Beck-Filiale in Aarau entdecken ein geschändetes Dessert. Gäste haben Zigarettenstummel in eine Cremeschnitte gedrückt.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Facebook-Post des Aarauer Jaisli-Beck sorgt online für Empörung.
- Gäste haben Zigarettenstummel in einem Dessert ausgedrückt.
- Die Bäckerei kritisiert den respektlosen Umgang mit Lebensmitteln – und wehrt sich gegen Vorwürfe einer Inszenierung.
Der unappetitliche Vorfall in einer Aarauer Bäckerei sorgt derzeit für Kopfschütteln: In einer Filiale des Jaisli-Beck haben Gäste ihre Zigaretten in einer angegessenen Schoggi-Vanille-Cremeschnitte ausgedrückt.
Ein entsprechendes Foto hat die Bäckerei auf Facebook veröffentlicht. Der Post geht viral und löst besonders unter Stammkunden Unverständnis aus.
Wo liegt die Grenze für respektloses Verhalten in einem öffentlichen Raum?
Jaisli-Beck: «Kein Verständnis»
Auf Nau.ch-Nachfrage äussert sich Daniela Obmascher, Verkaufsleiterin der Bäckerei, zum Vorfall: «Wir mussten zweimal hinschauen und haben uns schon gefragt, was jemanden dazu bewegt, seine Zigaretten mitten in einer Cremeschnitte auszudrücken.»
Dass Essen auf dem Teller übrig bleibe, sei völlig normal. Doch dass ein fast noch komplettes Dessert als Aschenbecher genutzt werde, sei ihnen noch nie begegnet.

«Es fehlt uns für einen solchen Umgang mit Lebensmitteln schlicht das Verständnis», so Obmascher.
Sie wünscht sich ein gewisses Mass an Wertschätzung für das Handwerk. Denn: «Hinter unseren Produkten stehen Lebensmittel, Handwerk und die Arbeit unserer Mitarbeitenden.»
Falsche Vermutungen
Mit der grossen Resonanz hätten sie nicht gerechnet. Seit vielen Jahren würden sie versuchen, ihren Job in den sozialen Medien so transparent und authentisch wie möglich darzustellen.
«Dass dabei nicht immer alle derselben Meinung sind, ist völlig in Ordnung», sagt Obmascher.

Vereinzelt sei sogar vermutet worden, sie hätten das Foto für den Beitrag nachgestellt. Das sei definitiv nicht der Fall. «Unsere Zeit und unsere Ressourcen wissen wir dann doch sinnvoller einzusetzen», begegnet sie den Vorwürfen.
Sie betont, dass solch ein Vorfall die Ausnahme sei. Im Alltag erlebten sie vor allem «sehr viel Wertschätzung».
Deutliche Kommentare
Fast alle der gut 400 Kommentar-Schreiber unter dem Facebook-Post sind sich einig: Das geht gar nicht!
Ein User spricht von einem grundsätzlichen Problem: «Die Menschen verrohen zusehends.»
So oder so hätte Daniela Obmascher eine andere Lösung parat: «Wenn jemand etwas nicht fertig essen mag, bieten wir gerne eine Verpackung zum Mitnehmen an.»
Und selbstverständlich gebe es für die Stummel genügend Aschenbecher.








