Durch Baden AG fährt «Linie Null» – das steckt dahinter
In Baden AG ist seit Ende April ein Bus der «Linie Null» unterwegs. Wer einsteigt fährt nicht einfach von A nach B, sondern wird Teil eines sozialen Projekts.

Das Wichtigste in Kürze
- Die neue «Linie Null» fährt ohne bestimmtes Ziel durch Baden AG.
- Hinter dem sozialen Projekt stecken zwei St.Galler Konzeptkünstler.
- Der spezielle Bus soll Menschen helfen, aus dem Alltag auszubrechen.
Seit dem 30. April fällt in Baden AG ein spezieller Bus auf. Das Fahrzeug der Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen (RVBW) fährt mit der Aufschrift «Linie Null».
Was steckt dahinter? In einer Medienmitteilung bringt die Stadt Baden Licht ins Dunkle.

Es handle sich um ein «künstlerisches Experiment im öffentlichen Verkehr». Dabei spannen die RVBW mit den St.Galler Konzeptkünstlern Frank und Patrik Riklin und dem Zukunftslabor zusammen.
«Das Projekt kehrt das Prinzip des ÖV bewusst um: Busse fahren ohne festes Ziel. Das vorsätzliche ‹Falschfahren› wird zum Ereignis», heisst es im Statement.
«Zufall wird zum Reisebegleiter»
Die «Linie Null» in Baden sei eine Vision für andere Schweizer Städte. «Fahrgäste können kostenlos ein- und aussteigen.» Dabei gehe es nicht darum, möglichst effizient von A nach B zu kommen. «Sondern um aus dem Alltag auszubrechen und sich überraschen zu lassen.»
Die Riklin-Brüder bezeichnen den Bus als «Vehikel und gesellschaftlicher Treiber für neue Wirklichkeiten». Der Mensch und das Ungeplante würden im Zentrum stehen. «Der Zufall wird zum Reisebegleiter.»

Statt Effizienz zähle auf der «Linie Null» das Unerwartete. «Der Bus wird zum sozialen Möglichkeitsraum – ein Ort für unübliche Begegnungen, überraschende Gespräche und neue Perspektiven.»
Die Riklin-Brüder starten damit den Versuch, den öffentlichen Busraum wieder als sozialen Erfahrungsraum zu aktivieren.
Ende Mai wird Bilanz gezogen
Bei der Stadt Baden stösst das Projekt auf positive Resonanz.
Stadtammann Markus Schneider betont in der Mitteilung: «Die Linie Null ist eine Einladung zum Abenteuer, zum vermeintlichen Umweg und zur Stärkung sozialer Verbundenheit. Eine offene Gesellschaft ist der Nährboden für eine zukunftsfähige Stadt.»

Bis zum 16. Mai läuft das Experiment noch, Ende Monat wird Bilanz gezogen.
«Bei Erfolg soll die Idee gemeinsam mit dem Zukunftslabor und weiteren Schweizer Verkehrsbetrieben ausgeweitet werden», heisst es.








