Dieses St. Galler Gastro-Unternehmen wächst und wächst
Das Unternehmen von Sabrina und Michael Batt wächst. Bis Anfang 2028 soll es neun Restaurants und ein Cateringangebot umfassen.

Eine Medienmitteilung jagt die nächste: Die Rheintal Gastronomie GmbH übernimmt nach dem «The Sky» im Park Unique in Oberriet auch das Restaurant Freihof in Diepoldsau und neuerdings das Schloss Weinstein.
Steckt hinter diesen Schritten Grössenwahnsinn oder ist es ein bewusster Ausbau des Gastrosystems? Geschäftsführer Michael Batt gibt Einblick in die Zukunft und das Wachstum des Unternehmens.
Start im kleinen Team
2011 mit dem Frauenhof in einem kleinen Team gestartet, erarbeiteten sich die Gastgeber Sabrina und Michael Batt ein Unternehmen, das mittlerweile 120 bis 150 Mitarbeitende beschäftigt.

«Mit Betrieben wie dem Berggasthaus Oberer Gäbris in Gais oder dem Berggasthaus Malbun im Buchserberg haben wir saisonale Schwankungen, die wir mit den anderen Restaurants ausgleichen möchten. Unser Ziel ist es, unsere Mitarbeiter das ganze Jahr über in unseren Restaurants und Gasthäusern zu beschäftigen», betont Geschäftsführer Michael Batt.
So sollen Mitarbeiter nicht saisonabhängig beim Unternehmen angestellt sein, sondern je nach Bedarf sowohl im Sommer als auch im Winter in den Betrieben eingesetzt werden können. «Es gestaltet sich schwierig, von Saison zu Saison neue und gute Mitarbeitende zu finden», erklärt Batt.
Ein Gemeinschaftswerk
Dass Sabrina und Michael Batt so viele Restaurants unter einen Hut bekommen, sei ein wesentlicher Verdienst der Mitarbeitenden vor Ort: «Bei jedem unserer Betriebe haben wir einen Betriebsleiter. Einige Betriebe wie beispielsweise das Schloss Weinstein übernehmen wir mitsamt dem kompletten Personal, das sich im Schloss bereits bestens auskennt», führt Michael Batt aus.
So wird das Portfolio der Rheintal Gastronomie GmbH Ende September durch das Restaurant im Park Unique in Oberriet, im November mit dem Berggasthaus Jschalp in Davos und im Mai 2027 mit dem Restaurant Freihof in Diepoldsau sowie dem Schloss Weinstein in Marbach erweitert.
Des Weiteren steht Anfang 2028 die Übernahme des Restaurants Löwen in Bendern auf dem Plan von Sabrina und Michael Batt. Ob und welche Restaurants danach von ihnen geführt werden, lässt der Unternehmer noch offen: «Wenn uns ein neues spannendes Projekt angeboten wird, werden wir das mit unserem Team besprechen und abwägen, was im Rahmen des Möglichen ist und was nicht.»
Ein hartes Pflaster
Michael Batt betont, dass sich die Anforderungen und Erwartungen an die Gastronomie sehr verändert haben: «Anfangs hatten wir viele Visionen, die wir in unseren Betrieben umsetzen wollten. Passten diese nicht mit den Vorstellungen der Gäste überein, wollte man sich sofort jenen Vorstellungen anpassen. Das ist heute nicht mehr ganz so extrem wie früher.»
So hiess es laut dem Unternehmer anfangs vielfach «Das schafft ihr nicht.» «Ja anfangs war es mega hart und unser Privatleben litt sehr drunter. Jedoch ist es, wenn ich zurückschaue, das Beste, was wir machen konnten.»

So überwand das Paar gemeinsam Existenzängste, sah das Potenzial für sie als Unternehmer, aber auch jenes der Mitarbeiter und baute sich nach und nach ein Unternehmen auf, das nebst der Verpflegung in verschiedenen Restaurants, einen Cateringservice sowie die Gastroerlebnisse für verschiedenste Anlässe wie beispielsweise Geburtstage, Firmenfeiern oder auch Hochzeiten bietet.
Vom Lehrling zum Betriebsleiter
Ein grosses Anliegen von Michael Batt ist dabei, die «Eigengewächse» im Betrieb zu fördern, und fordern, sodass sich die Mitarbeitenden optimal entfalten können.
«Wenn ich merke, dass jemand motiviert ist, gebe ich gerne einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter die Chance, einen unserer Betriebe zu leiten.»
So hätten die Mitarbeitenden die Chance, ihren eigenen Betrieb zu leiten, ohne den Druck zu haben, sich selbst für Miete und andere Kosten verantwortlich zu zeichnen.
Anders als manch Kritiker behaupte, haben Michael und Sabrina Batt nach wie vor einen engen Bezug zu ihren Mitarbeitenden und Restaurants: «Auch wir sind jeden Tag in unseren Restaurants uns an Anlässen präsent. Wir arbeiten mit Herzblut mit und leben für unsere Betriebe.»
Michael Batt sehe kein konkretes Erfolgsrezept auf dem harten Pflaster der Gastronomie, das sich mit der Zeit stetig gewandelt hat, sondern ein «mit der Zeit gehen».
So wurde unter anderem in Foodtrucks, das «Batt's GastroWerk» – die Produktionsküche mit Lager und Logistik in Thal – investiert, gute Standorte und schöne Restaurant genutzt, sodass mit dem Unternehmen laut Batt ein gesamtgastronomisches Erlebnis geboten werden kann und die Stärken der Mitarbeitenden individuell gefördert werden können.
«Es ist manchmal überwältigend, zu sehen, was wir bisher aufgebaut haben, ich weiss aber, dass Sabrina und ich das nicht alleine hätten machen können. Das ist der Verdienst von allen, die mit uns diesen Weg gehen.»
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in den «Rheintaler Bote» erschienen.








