Der Rauchstopp ist in der Schweiz deutlich teurer als im Ausland

    Laurin Zaugg
    Laurin Zaugg

    Bern,

    In der Schweiz kosten Nikotinersatzprodukte teilweise das Fünffache wie beispielsweise in Frankreich. Das erschwert es Schweizern, mit dem Rauchen aufzuhören.

    Zigarette
    In der Schweiz ist das Aufhören mit dem Rauchen mit hohen Kosten verbunden. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nikotinersatzprodukte kosten in der Schweiz überdurchschnittlich viel.
    • Auch die Kosten für Beratungen bezüglich dem Rauchstopp sind hierzulande teuer.
    • Dies erschwert es Schweizerinnen und Schweizern, mit dem Rauchen aufzuhören.

    Wer in der Schweiz mit dem Rauchen aufhören will, zahlt drauf. Nikotinpflaster, Kaugummis und Beratung kosten hierzulande deutlich mehr als im Nachbarland Frankreich. Experten sprechen von einem Problem für die öffentliche Gesundheit.

    Viele Schweizerinnen und Schweizer kennen den Unterschied und kaufen die Produkte deshalb in Frankreich, wie «Le Matin» berichtet.

    Ein konkreter Vergleich macht deutlich, wie gross die Preisunterschiede sind. Ein Päckchen mit 210 Nikotinkaugummis kostet in einer Apotheke in der französischen Stadt Annemasse umgerechnet rund 22 Franken. In Genf zahlt man für dasselbe Produkt 109 Franken.

    Jonathan Balsiger hat vor rund zehn Jahren mit dem Rauchen aufgehört. Heute dampft er noch mit einer E-Zigarette und möchte auch davon loskommen. Der Vierzigjährige arbeitet bei der Lungenliga und fuhr deshalb nach Frankreich.

    Schweizer kaufen französische Apotheken leer

    Dort suchte er in mehreren Apotheken nach Nikotinersatzprodukten. «Sie hatten keinen Vorrat mehr. Sie sagten mir, dass viele Schweizer hierherkommen, um sie zu kaufen», sagt er gegenüber der Zeitung.

    Die Schweizerische Gesellschaft der Apotheker, PharmaSuisse, erklärt, wie der Preisunterschied zustande kommt. Die Preise richten sich gemäss PharmaSuisse nach dem jeweiligen Markt, den gesetzlichen Vorgaben und der lokalen Steuergesetzgebung.

    Die Apotheken kauften diese Produkte ihrerseits zu höheren Preisen ein, so die Gesellschaft gegenüber «Le Matin».

    Der Schweizer Markt ist klein

    Ein Grund für die höheren Preise ist die Grösse des Schweizer Marktes. Er ist kleiner als jener Frankreichs. Das bedeutet, dass weniger Produkte verkauft werden und die Kosten pro Einheit höher sind.

    Ein weiterer Faktor: In Frankreich werden diese Produkte zu 65 Prozent von der Krankenkasse übernommen. Das ist in der Schweiz nicht der Fall.

    Beratungskosten belasten Rauchende zusätzlich

    Nicht nur die Produkte selbst sind teuer. Auch die Begleitung beim Aufhören kostet in der Schweiz mehr. Laut Virginie Bréhier von der Waadtländer Lungenliga können in der Schweiz nur Ärzte die Rauchentwöhnungsberatung über die Grundversicherung abrechnen.

    «In Frankreich sind auch Gesundheitsfachkräfte wie Hebammen oder Physiotherapeuten dazu berechtigt, sofern sie eine entsprechende Ausbildung absolviert haben», sagt sie.

    Rauchst du?

    Aufgrund der hohen Kosten für Ersatzprodukte und Beratung zieht Bréhier ein kritisches Fazit: «Die Ausgaben einer Person, die mit dem Rauchen aufhören will, können höher sein als die eines Rauchers. Das ist ein Unsinn aus Sicht der öffentlichen Gesundheit.»

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    Kommentare

    User #6247 (nicht angemeldet)

    Das war schon immer so: Ich habe die Nikotinpflaster in DE gekauft und damit vor 25 Jahren aufgehört zu rauchen.

    User #443 (nicht angemeldet)

    Es braucht keine Ersatzstoffe, es braucht nur den eigenen willen aufzuhören. Bei mir hat dies Super funktioniert.

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