Der Festivalsommer verspricht ewige Headliner und neue Sounds
Von den Gorillaz bis hin zu Wiz Khalifa: Der Schweizer Festival-Sommer vereint Musik, die die letzten fünfzig Jahre geprägt haben, mit den Kindern des Streamings. Das Greenfield Festival eröffnet am Donnerstag den Festivalsommer zeitgleich mit dem Festi'Neuch.

Das Greenfield Festival in Interlaken im Berner Oberland, das sich dem Hardrock und Metal verschrieben hat, eröffnet die Saison unter anderem mit den US-Punkrockern The Offspring. Zum sechsten Mal treten sie dort auf. Zu den Headlinern im Berner Oberland gehört auch die dänische Metal-Band Volbeat, die seit 25 Jahren auf den Bühnen steht.
Dieses Jahr wieder ausverkauft ist das Open-Air-Festival Festi’Neuch in Neuenburg, das ebenso am Donnerstag beginnt. Zum ersten Mal spielt dort die nordirische Band Kneecap ein Schweizer Konzert. Das Rap-Trio mit pro-irisch-republikanischer Haltung ist bekannt für seine Kritik an der israelischen Kriegsführung und seine Solidarität mit Palästina. Im Mai veröffentlichte die Band ihr neues Album «Fenian». Zudem erschien 2024 der Film «Kneecap», der die teilweise fiktive Gründungsgeschichte der Band erzählt.
Das Festi’Neuch bietet ansonsten ein mehrheitlich frankophones Line-up, etwa mit Feu! Chatterton und Jean-Louis Aubert von der ehemaligen französischen Rockband Téléphone. Auch Vanessa Paradis tritt in Neuenburg auf.
Die französische Sängerin und Schauspielerin ist auch am schweizweit grössten Festival, dem Paléo, zu hören. Dieses war in diesem Jahr erneut schnell ausverkauft – unter anderem wegen The Cure und Gorillaz als Zugpferde.
Die neuseeländische Popsängerin und Songwriterin Lorde wird neben dem Paléo auch den Berner Hausberg bespielen. Eine Allianz schmieden am Gurtenfestival ausserdem Faber, Sophie Hunger und Dino Brandão. Sie werden ihr gemeinsames Liebesmanifest und Mundartalbum «Ich liebe Dich» von 2020 mitbringen.
Bern und St. Gallen teilen sich Acts wie die deutsche Musikerin Nina Chuba oder dem deutschen Rapper Souly. Ein Heimspiel wird es in St. Gallen für den dort aufgewachsenen Monet192, der auf Hochdeutsch rappt und auch im Nachbarland seinen grössten Erfolg verzeichnet.
Rap gibt es zu Genüge in Frauenfeld. Hip-Hop aus Deutschland gibt es unter anderem von Sido & Friends, SSIO, Haftbefehl, Ufo361. Viel Musik kommt aber aus den USA, mit den Headlinern Wiz Khalifa, Gunna oder Yeat.
Auch dieses Jahr zeigen die Line-ups grosser Festivals, wie schwierig zurzeit das Buchen aktueller Megastars ist. Vermutlich, weil das Budget der Organisierenden für nur wenige Topshots draufgehen würden.
Grosse Namen zieren zwar immer wieder die Plakate der Open-Air-Anlässe, doch waren diese Namen schon mindestens vor 10 Jahren, wenn nicht länger, gross. Seien es Kraftklub und Sean Paul auf dem Gurten, Lenny Kravitz oder Macklemore am Lakelive Festival in Biel oder Katy Perry am Paléo.
Wer dagegen nach beliebten Schweizer Acts sucht, findet diese mit hoher Wahrscheinlichkeit an dem Ort, für den man ein Ticket ergattert hat. Mundart-Indie-Pop-Musiker EDB etwa klappert gefühlt jedes Festvial ab, vom Sound of Glarus übers Seaside Festival in Spiez, von St. Gallen über Bern bis Schaffhausen (Stars in Town). Gleiches gilt für die Rapper Juel X oder Nativ. Und schliesslich sind auch Lo & Leduc auf Festivaltour.






