Das Museum der Kulturen Basel im Farbrausch
Indigoblau und Safrangelb sehen, aber auch riechen und anfassen: Die neue Ausstellung im Museum der Kulturen Basel ist im Austausch mit Hör- und Sehbehinderten sowie mit Kindern entstanden. Sie zeigt die Geschichten hinter farbigen Gegenständen aus aller Welt.

Namensgeberin und Aushängeschild der Ausstellung ist eine pinke Flöte aus Mexiko in Form einer Eule. «Wir wissen nicht, wer sie herstellte, doch diese Person entschied sich bewusst für die Farbe», sagte Kuratorin Florence Roth am Donnerstag vor den Medien. Mit ihrer ungewohnten Farbe solle die Eule dazu anregen, die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen.
Fast alle ausgestellten Gegenstände stammen aus der eigenen Sammlung. Das Museumsteam wählte aus den verschiedenen Abteilungen diejenigen Objekte aus, die mit ihren Farben auffallen und gleichzeitig eine Geschichte zu erzählen haben.
Dazu gehören etwa bestickte Blusen aus der Ukraine, sogenannte Wyschywanka. Seit Kriegsbeginn 2022 sind sie zum Symbol des Widerstands geworden. Die ausgestellten Blusen zeigen Verzierungen, die den Umrissen der kriegsversehrten Städte wie Maripol und Charkiw nachempfunden sind.
Die Ausstellung widmet sich auch der Herstellung von Farben. Der Wunsch nach bunter Pracht kurbelte den Handel an, der auch mit dem Kolonialismus verbunden war. «Sehr schöne Objekte können auch sehr unschöne Geschichten erzählen», sagte Museumsdirektor Friedrich von Bose.
Ein Ausstellungsraum ist in verschiedene Farben als Themenbereiche aufgeteilt. Man erfährt unter anderem, dass für 50 Gramm Karminrot bis 100'000 Schildläuse nötig sind. Immer wieder stellen die Exponate Bezüge zur Gegenwart her. Eine Wrestler-Maske in mexikanischem Rosarot und das «Brat-Grün», das die Musikerin Charli XCX zum Trend machte, gehören ebenso dazu wie westafrikanische Boubous und Federschmuck aus dem Amazonas.
Die Ausstellung legt wert auf Inklusion, etwa mit Videos Gebärdensprache und erstmals Ausstellungstexte in einfacher Sprache. Auch wenn das Thema Farben sehr visuell ist, soll es für Blinde und Sehbehinderte ebenfalls zugänglich sein. An den Mitmachstationen befinden sich Ampullen mit Farbmaterialien zum Riechen, betastbare Kopien von Exponaten aus dem 3-D-Drucker sowie ein Gemälde der blinden Künstlerin Pina Dolce.
Die Ausstellung «Die Eule ist pink – farbige Geschichten» dauert vom 24. April 2026 bis 24. Januar 2027.






