Mobbing

    Cybermobbing könnte neue Zahlen über Mobbing erklären

    Oliver Borner
    Oliver Borner

    Zürich,

    Laut aktueller Pisa-Studie nimmt das Mobbing in der Schweiz zu. Grund dafür könnte das wachsende Cybermobbing sein.

    Vielen Kinder fühlen sich gemäss Pisa-Studie gemobbt. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Laut der neuen Pisa-Studie wird in der Schweiz immer mehr gemobbt.
    • Die Schweiz liegt im Vergleich mit anderen Ländern dabei an der europäischen Spitze.
    • Ein Beauftragter gegen Gewalt sieht den möglichen Grund für den Anstieg im Internet.

    Hänseln auf dem Schulweg, Verbreiten von Gerüchten oder regelmässiges Ausgrenzen auf dem Pausenhof. Was für wie ein Albtraum klingt, ist laut der neuen Pisa-Studie für viele Jugendliche in der Schweiz Alltag. Im Vergleich zu 2015 haben Jugendliche in der Schweiz mehr Mobbingerfahrungen gemacht.

    Mobbing ist nicht gleich Mobbing

    Wieso die Zahlen ansteigen, können die Autoren der Studie nicht abschliessend beantworten. Dies hat für Enrico Violi, Beauftragter «Gewalt im schulischen Umfeld» des Kantons Zürich, auch seine Gründe. «Das Problem liegt darin, dass heute der Begriff «Mobbing» relativ expandiert verwendet wird. Wenn jemand ein paar Mal im Jahr ausgegrenzt oder drangsaliert worden ist, dann ist das noch kein Mobbing».

    Sicherheitslücke
    Oft findet Mobbing via Handy statt. - DPA

    Es ist daher wichtig, den Begriff klar einzugrenzen und richtig zu verwenden. «Mobbing muss über eine längere Zeit wiederholt und im Beisein anderer ausgeübt werden, damit von Mobbing die Rede sein kann.»

    Keine zusätzliche Prävention nötig

    Einen möglichen Grund im Anstieg der Zahlen sieht Violi allerdings im Hinblick auf Cybermobbing. «Das Thema Cybermobbing wird nicht explizit in der Pisa-Studie erwähnt, obwohl diese Art von Mobbing stetig zunimmt», sagt Violi. Es wäre also möglich, dass die Cybermobbing-Erfahrungen der Jugendlichen in die Umfrage eingeflossen sind.

    Von weiteren Präventions- und Sensibilisierungsmassnahmen im Bereich Mobbing und Gewalt sieht Violi dennoch ab. Man habe mit den bisherigen Mobbing-Präventionsmassnahmen gute Erfahrungen gemacht. «Die Ergebnisse einer repräsentativen Studie im Kanton Zürich haben gezeigt, dass das Mobbing im Schulkontext rückläufig war.»

    Wichtig seien laut Violi vor allem ein gutes Schulklima und die Förderung eines sozialen Umgangs, der auf gegenseitigem Respekt beruhe. Hierfür bilde die Einführung eines Verhaltenskodex in der Schule eine gute Grundlage, betont Violi.

    Kommentare

    Weiterlesen

    Kind Cybermobbing zwei
    10 Interaktionen
    Laut Pisa-Studie
    K Pop Goo Hara
    17 Interaktionen
    «Gute Nacht»
    Gestresste Frau
    11 Interaktionen
    Psychische Gesundheit

    MEHR MOBBING

    -
    44 Interaktionen
    «Schau die Pfosten»
    47 Interaktionen
    Zürich
    85 Interaktionen
    Winterthurer Schule
    Millie Bobby Brown
    Wegen OP-Gerüchten

    MEHR AUS STADT ZüRICH

    Kaffee
    10 Interaktionen
    Bahnhofstrasse
    Jetzt muss Stadt Zürich Investitionen bremsen - Waldrap AG Architekten
    53 Interaktionen
    Schulden steigen
    Zürich
    Zürich
    EHC Kloten
    National League