Burgdorf BE: «König der Schweiz» sorgt mit Nazi-Vergleich für Eklat
Im Burgdorfer Stadtrat wurde erneut über geschlechterneutrale Toiletten an Schulen diskutiert. Jonas Lauwiner sorgte dabei mit einer Aussage für Kopfschütteln.

Das Wichtigste in Kürze
- Burgdorf diskutiert erneut über genderneutrale Toiletten an Schulen.
- Der «König der Schweiz», Jonas Lauwiner, will das Pissoir-Verbot wieder aufheben.
- Seine Rede im Stadtrat sorgt bei SP und Grünen für Unverständnis.
Im November 2025 entschied der Stadtrat in Burgdorf BE, bei Neu- und Umbauten in Schulen auf Pissoirs zu verzichten. Es war eine Kompromisslösung. SP und Grüne forderten damals genderneutrale WCs mit getrennten Kabinen.
Das letzte Wort in der Toiletten-Debatte ist aber noch nicht gesprochen. Am Montag hat sich der Stadtrat erneut mit der Thematik befasst.
«König der Schweiz» will Verbot aufheben
Jonas Lauwiner, der sich selber als «König der Schweiz» betitelt, will das Pissoir-Verbot wieder abschaffen.
Gegenüber «20 Minuten» behauptet Lauwiner: «Da geht es nicht mehr um die Sache selbst, sondern um einen ideologischen Kampf der Linken.»

Auf seinen Antrag hin wurde die Diskussion wieder aufgenommen.
Vielmehr noch: Laut dem Bericht habe der Gemeinderat sogar empfohlen, Lauwiners Vorstoss anzunehmen. Pissoirs würden der männlichen Ergonomie besser entsprechen sowie weniger Platz und Wasser brauchen.
Nazi-Vergleich sorgt für Kopfschütteln
Einige Mitglieder fanden jedoch keinen Gefallen daran. Dass man das Thema nach so kurzer Zeit wieder zur Debatte bringe, widerspreche einem guten Demokratieverständnis. Das moniert Yves Greisler (Mitte), Präsident der Geschäftsprüfungskommission.

In seiner Rede kritisierte Jonas Lauwiner die Aussage von Greisler. Und sorgte dabei mit einem Nazi-Vergleich für Kopfschütteln.
«Die Konzentrationslager hätte man auch zurecht gleich nach ihrer Errichtung kritisieren sollen», so die Wortwahl. Man sollte Missstände in einer Demokratie immer ansprechen können, erklärt Lauwiner gegenüber «20 Minuten».
Bei einigen Ratsmitgliedern kam die Aussage Lauwiners nicht gut an. SP und Grüne verliessen den Raum daraufhin bis zur Schlussabstimmung. Diese ergab, dass das Pissoir-Verbot bestehen bleibt.








