Auffällige Parallelen: Brandfälle halten Kapo St. Gallen auf Trab
Drei Grossbrände in Buomberg, Züberwangen und Niederwil weisen auffällige Parallelen auf. Handelt es sich um eine Brandserie?

Rund 15 Jahre sind vergangen, seitdem ein Brandstifter rund um Uzwil sein Unwesen trieb und die Region in Angst und Schrecken versetzte. Vor zwei Jahren ereignete sich in Elgg eine ähnliche Brandserie.
In beiden Fällen wurden die Brandstifter überführt, dingfest gemacht und vor Gericht gestellt. Wenn sich Brandfälle häufen, wird schnell einmal darüber spekuliert, ob es sich möglicherweise um eine Serie von Brandstiftungen handeln könnte.
Die St. Galler Kantonspolizei ordnet die verfügbaren Fakten der drei aktuellen Brandfälle ein und äussert sich zu Spekulationen.
Aktueller Kenntnisstand
Drei Brände, mehrere Gemeinsamkeiten: Alle Brandfälle ereigneten sich in kleinen Weilern, jedes Mal waren ältere Liegenschaften betroffen, allesamt brannten vollständig aus und die zeitlichen Abstände sind praktisch identisch.
Bei den Bränden in Buomberg vom 30. April und in Züberwangen vom 17. Mai ist das Kompetenzzentrum Forensik der Kantonspolizei St. Gallen noch mit den Ermittlungen beschäftigt.
Wie die Kantonspolizei St. Gallen mitteilt, wird dagegen beim Brand in Niederglatt vom 2. Juni aufgrund von Aussagen und Ermittlungen durch das Kompetenzzentrum Forensik sowie Blitzabklärungen von einem Blitzeinschlag als Brandursache ausgegangen.

Zur Erinnerung: Unmittelbar im Zeitraum des Brandausbruchs zog ein heftiges Gewitter mit Blitz und Donner über die Region. So könnte zumindest in einem der drei Fälle Brandstiftung als Ursache praktisch ausgeschlossen werden.
Besondere Auffälligkeiten?
Auf die Frage nach Auffälligkeiten bei der LageundBaustruktur der Gebäude äussert sich Polizeisprecher Michael Principe betont sachlich.
«Kleine Weiler sind häufig durch ältere Gebäude geprägt, die oftmals einen hohen Holzanteil in ihrer Bausubstanz aufweisen. Kommt es in solchen Objekten zu einem Brand, kann sich das Feuer unter Umständen rasch ausbreiten.»
«Allein aufgrund der Lage der beiden betroffenen Gebäude in Buomberg und Züberwangen lassen sich derzeit keine Rückschlüsse auf einen möglichen Zusammenhang zwischen den Ereignissen ziehen.»
Zeitliche Abstände der Brände
Auch der Zeitraum zwischen den drei Bränden liegt in einem vergleichbaren Rahmen. So ereigneten sich die Fälle in Abständen von jeweils gut zwei Wochen.
Laut Michael Principe kann der zeitliche Abstand zwischen mehreren Brandereignissen durchaus ein relevanter Faktor bei Brandermittlungen sein und wird entsprechend berücksichtigt.
Da beim Brandfall in Niederglatt von einem Blitzeinschlag ausgegangen wird, verbleiben die Brände in Buomberg und Züberwangen für eine mögliche Betrachtung. Derzeit liegen laut St. Galler Kantonspolizei jedoch keine Erkenntnisse vor, die auf einen Zusammenhang zwischen diesen beiden Bränden hindeuten würden.
Dieser Artikel ist zuerst in den «Wiler Nachrichten» erschienen.








