Astronomen entdecken abgelegensten Stern

    Kathrin Röthlisberger
    Kathrin Röthlisberger

    Lausanne,

    Ein internationales Forschungsteam mit Schweizer Beteiligung hat einen Stern im Weltall entdeckt, welcher neun Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Er gilt als der abgelegenste bisher bekannte Stern.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Astronomen entdeckten einen neuen Stern.
    • Die Forscher gaben ihm den Namen Ikarus.
    • Der Stern ist neun Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt und der abgelegenste bisher bekannte Stern.
    Ikarus ist von der Erde neun Milliarden Lichtjahre entfernt.
    Ikarus ist von der Erde neun Milliarden Lichtjahre entfernt. - pixabay

    Stern trägt Namen Ikarus

    Der Gravitationslinseneffekt kommt zustande, wenn ein Objekt mit grosser Masse wie etwa eine Galaxie zwischen dem Beobachter und dem Stern, den dieser anvisiert, vorbeizieht. Die Masse der Galaxie verstärkt dabei das Licht, das der Stern abstrahlt. So ist dieser besser sichtbar.

    Schweizer Forscher am Projekt beteiligt

    Ein internationales Forschungsteam mit Schweizer Beteiligung hat einen Stern entdeckt, der neun Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Damit ist er der abgelegenste bisher bekannte Stern.

    Der Stern, dem die Forscher den Übernamen Ikarus gaben, konnte nur dank dem Gravitationslinseneffekt überhaupt beobachtet werden. Sein Licht wäre unter normalen Umständen zu schwach, um von der Erde aus erhascht zu werden, wie die Universität Genf am Montag mitteilte.

    Dies machten sich der Astronom Patrick Kelly der Universität Minnesota und seine Kollegen der Universität Genf und der ETH Lausanne zunutze. Eine Anhäufung von Galaxien rund fünf Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt verhalf dazu, dass die Wissenschaftler den Stern mit dem hochauflösenden Hubble-Teleskop erkennen konnten. Die Forscher berichteten darüber in der Fachzeitschrift «Nature Astronomy».

    «Wir haben zum ersten Mal einen Stern beobachtet, der um die neun Milliarden Lichtjahre weit weg ist», wird Jean-Paul Kneib, Professor im Astronomie-Labor der ETH Lausanne, in der Mitteilung zitiert. Ikarus «befindet sich mindestens 100 Mal weiter weg, als der bisher entlegenste Stern, den wir bis anhin studieren konnten, abgesehen von den Explosionen der Supernovae», so Kelly.

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