Asana Spital Menziken steht vor tiefgreifender Veränderung
Der Verwaltungsrat der Asana Spital Menziken AG hat beschlossen, den Betrieb des Akutspitals einzustellen. Wirtschaftliche Gründe hätten zu diesem Schritt geführt. Zwei Partner übernehmen einen Teil des Angebots.

Aufgrund der Schliessung des Akutspitals werden voraussichtlich 149 von total 303 Mitarbeitenden die Kündigung erhalten, wie die Spitalverantwortlichen in einer Mitteilung vom Mittwoch schreiben.
Dazu gehören auch 20 Lernende und Studierende, denen aber eine nahtlose Weiterführung ihrer Ausbildung an einem anderen Ort angeboten wird. Ein Sozialplan wurde erarbeitet und das Konsultationsverfahren, wie es bei einer Massenentlassung vorgesehen ist, eingeleitet.
Trotz grosser Anstrengungen habe die wirtschaftliche Situation des Spitals nicht verbessert werden können, schreiben die Verantwortlichen in der Mitteilung weiter. Als Haupttreiber der negativen Entwicklung nennen sie eine anhaltend zu tiefe Auslastung im stationären Bereich des Spitals. Die hohen Vorhaltekosten für den 24-Stunden-Spitalbetrieb könnten seit mehreren Jahren nicht durch die Einnahmen aus dem Spitalbetrieb gedeckt werden.
Eine Fortführung des Spitalbetriebs im bisherigen Rahmen sei aus finanziellen Gründen nicht mehr möglich. Die Spitalverantwortlichen prüften laut Mitteilung verschiedene Möglichkeiten für den Standort Menziken. Die Gemeinde liegt im Kanton Aargau, an der Grenze zum Kanton Luzern.
Mit zwei Partnern, dem Luzerner Kantonsspital (LUKS Gruppe) und der Falkenstein Asana AG konnte auf November eine Lösung erarbeitet werden, die «die Gesundheitsversorgung in der Region Wynen- und Seetal langfristig sichert», heisst es in der Mitteilung.
Die LUKS Gruppe übernimmt den Rettungsdienst, die Hausarztpraxis sowie das Ambulatorium, dessen Sprechstunden-Angebot angepasst wird. Später soll dieses durch weitere Fachdisziplinen ergänzt werden. Für Notfälle wird die LUKS Gruppe eine ambulante Notfallversorgung im Tagesbetrieb anbieten. Das Asana Spital Menziken schliesst gleichzeitig sein bisheriges akutstationäres Angebot sowie den heutigen Operationsbetrieb.
Die Abteilung Langzeitpflege, die Physiotherapie sowie die Küche inklusive Cafeteria werden durch die Falkenstein Asana AG am bisherigen Standort weitergeführt.
Der Erhalt der Langzeitpflege, ein wohnortnahes ambulantes Gesundheitsangebot und eine bedarfsgerechte Notfallversorgung sowie der Fortbestand des Rettungsdienstes standen im Zentrum der Überlegungen, heisst es in der gemeinsamen Mitteilung der drei Institutionen.
«Die Entscheidung, diesen Weg einzuschlagen, ist uns nicht leichtgefallen. Wir sind uns bewusst, dass dies für viele Mitarbeitende eine belastende Situation ist, die Verunsicherung, aber auch Enttäuschung auslöst. Das bedauern wir sehr. Gleichzeitig sind wir überzeugt, dass es richtig ist, jetzt aktiv zu handeln und eine tragfähige Zukunftslösung für die Region Wynen- und Seetal zu schaffen», wird Thomas Staub, Verwaltungsratspräsident des Asana Spitals Menziken in der Mitteilung zitiert.
Die Neuausrichtung trage auch dem allgemeinen Strukturwandel in der Gesundheitsversorgung Rechnung, so Staub. Es gebe einen klaren Trend zur ambulanten Versorgung. «Gleichzeitig sind wir sehr froh, mit der LUKS Gruppe einen leistungsstarken Partner zu gewinnen, der innerhalb eines etablierten Netzwerks einen unkomplizierten Zugang zur gesamten Palette der akutstationären Versorgung sicherstellt.»
Laut Staub wird zudem angestrebt, gemeinsam mit weiteren Partnern das medizinische Angebot am Standort Menziken bedarfsgerecht zu ergänzen und auszubauen. Sondierungsgespräche in diese Richtung würden geführt.
Das Asana Spital Menziken verfügt laut Internetseite über 96 Betten im Akutspital und Pflegeheim.
Das Asana Spital Leuggern ist von den Veränderungen in Menziken nur insofern betroffen, dass bisher gemeinsam genutzte Gruppenstrukturen angepasst werden müssen. Das Leistungsangebot des Asana Spitals Leuggern bleibt unverändert erhalten.






